So werden Unternehmen zu einem Great Place to Work® FOR ALL

Anna Mahayni
Doris Palz

Great Place to Work® tritt in eine neue Ära ein und beruft sich zugleich auf beständige Wurzeln. Was gleich bleibt, ist die stabile Basis: Vertrauen. Was neu hinzukommt, ist eine Arbeitsplatzkultur zur individuellen Potenzialentfaltung aller Mitarbeitenden. Dass daraus nicht nur Innovation, sondern auch wirtschaftlicher Erfolg resultiert, ist nicht überraschend.

Wie es zum FOR ALL-Modell kam, was dahintersteht und wie Unternehmen davon profitieren? Doris Palz, Managing Director bei Great Place to Work® Österreich, gibt Einblick in die neue FOR ALL-Methode und erklärt, was zukünftig „Österreichs Beste Arbeitgeber“ auszeichnet.

Great Place to Work® FOR ALL: Der logische Schritt

Great Place to Work® tritt in eine neue Ära ein. Worauf dürfen sich Unternehmen freuen? Wie gelingt es, ein noch besserer und erfolgreicherer Arbeitgeber zu sein?

Doris Palz: Wir freuen uns, eine neue Ära für menschenorientierte, Potenziale entfesselnde Arbeitsplatzkultur einzuläuten: Great Place to Work® FOR ALL. Eine Kultur, in der Unternehmen den Erfolg spüren, der möglich ist, wenn jeder – wirklich jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter – eine rundum positive Arbeitserfahrung macht.

Seit rund 30 Jahren analysieren wir Unternehmenskulturen auf ihre Great Place to Work®-Eigenschaften. Wir prüfen den Grad der Vertrauenskultur mithilfe derjenigen, die es wissen: Wir fragen die Mitarbeitenden. Wir setzen unsere langjährige Expertise als die globalen Experten für vertrauensvolle, leistungsstarke Arbeitsplatzkulturen ein, indem wir den Reifegrad der Rahmenbedingungen evaluieren.

Und jetzt gehen wir einen Schritt weiter. 

Unsere Aufgabe ist es, das Augenmerk noch stärker auf jede einzelne Mitarbeiterin und jeden einzelnen Mitarbeiter und deren individuelle Möglichkeiten zur Entfaltung zu lenken.

In einer Welt rasanter Veränderungen gilt es, das volle Potenzial aller Mitarbeitenden zur Entfaltung zu bringen. Dazu ist es nötig, Arbeitsbedingungen zu schaffen, unter denen alle Menschen gerne arbeiten, sich persönlich engagieren und ihre Kreativität und Ideenkraft einbringen. Wo Menschen durch Unternehmenswerte inspiriert sind und Sinn in ihrer Tätigkeit finden. Arbeitsbedingungen, in denen Arbeitsbeziehungen positiv erlebt werden und gemeinsame Erfolge stolz machen. Eine Kultur, in der Lernen gefördert wird und Veränderungen positiv angenommen werden.

Solche Arbeitgeber bezeichnen wir als Great Place to Work® FOR ALL. Sie sind künftig die Besten Arbeitgeber – in Österreich und weltweit.

„Wann, wenn nicht jetzt? Wer, wenn nicht Great Place to Work®? Eine neue Ära für menschenorientierte, Potenziale entfesselnde Arbeitsplatzkultur beginnt!“

Wie genau kam es zu Great Place to Work® FOR ALL? Was steht dahinter, was zeichnet FOR ALL-Betriebe aus?

Doris Palz: Bei der Detailanalyse von Daten, die uns weltweit zur Verfügung stehen, haben wir erkannt, dass in einigen der von uns ausgezeichneten Unternehmen die herausragenden Arbeitgebereigenschaften von sehr vielen Mitarbeitenden wahrgenommen werden – aber nicht von allen.

Der Detailblick in die demografischen Daten dazu war aufschlussreich. Während viele Menschen großartige Erfahrungen bei ihrer Arbeit machten, gab es auch Menschen, die ihren Arbeitsplatz als wenig inspirierend und sogar als belastend erlebten. Diese Menschen machten die Erfahrung, dass sie ihre Fähigkeiten nicht (voll) einbringen können. Die Verbundenheit mit dem Arbeitgeber war dementsprechend gering.

Nach dieser Erkenntnis begannen wir, in San Francisco unsere bewährte Methodik ebenso wie die uns zur Verfügung stehenden Daten zu analysieren. Unterstützt wurden wir durch Dan Ariely, Professor für Psychologie und Verhaltensökonomie, und sein Team an der Duke University.

Unser Anspruch war nicht nur, die Methode zu verbessern – wir wollten sicherstellen, dass Beste Arbeitgeber in Zukunft durch die Erschließung der Potenziale aller ihrer Mitarbeitenden die besten Voraussetzungen haben, um auf zukünftige Herausforderungen zugehen zu können.

Die Datenanalysen halfen uns, zu erkennen, dass Beste Arbeitgeber, deren Führungsarbeit besonders hohe Zustimmung erhalten hatte, wesentlich bessere wirtschaftliche Erfolge erzielten. Daraus war klar abzuleiten, dass wirkungsvolle Führung ein besonders beachtenswerter Bereich ist. Und so ging es uns auch mit anderen Einflussfaktoren wie beispielsweise der Wertekultur.

Die größte Hebelwirkung, um als Unternehmen wirklich erfolgreich zu sein, liegt aber darin, allen Mitarbeitenden ein gleichermaßen positives, Sinn und Orientierung gebendes, förderliches und wertschätzendes Arbeitserlebnis zu bieten. Einen Great Place to Work® FOR ALL.

Bei der Analyse der 100 Besten Arbeitgeber in den US (Fortune) von 2017 haben wir festgestellt, dass je stärker ein Unternehmen in Bezug auf Kennzahlen zu Innovation, Führungseffektivität, Werten und Vertrauen von den Mitarbeitern wahrgenommen wird, desto besser sind die wirtschaftlichen Ergebnisse. Insbesondere Unternehmen im oberen Viertel weisen bei den Kennzahlen, die wir für die FOR ALL Methode ansetzen, mehr als das Dreifache des Umsatzwachstums von Unternehmen des unteren Viertels.

Unternehmenserfolg durch FOR ALL

 

„Ein Great Place to Work® FOR ALL ist ein Arbeitsplatz, an dem jede einzelne Mitarbeiterin und jeder einzelne Mitarbeiter im Fokus steht und dessen volle Potenzialentfaltung ermöglicht wird.“

Was ändert sich, was bleibt gleich?

Doris Palz: Der Kernfokus bleibt gleich. Die Menschen wissen: Wo Great Place to Work® draufsteht, ist Vertrauen drinnen. Jener Wert, der auch in Zukunft den Unterschied zwischen Arbeitgebern ausmacht und die Basis des Arbeitgeber-Erfolges ist.

Die Messung der Vertrauenskultur ist und bleibt damit zentrales Element der neuen Great Place to Work® FOR ALL-Methodik. Und zwar jenes gelebte Vertrauen, das wir durch Befragung der Mitarbeitenden sichtbar machen.

Eine gut entwickelte Vertrauenskultur ist damit eine verlässliche Basis. Gemeinsam mit effektiver Führung und den wirksam gelebten Unternehmenswerten bildet sie die Wurzeln.

Daraus kann dann die größtmögliche Entfaltung der Potenziale einer jeden Mitarbeiterin und eines jeden Mitarbeiters erwachsen. Diese Potenziale fließen in die Innovationskraft des Unternehmens ein. Dies ist die beste Vorbereitung, um die Zukunft nicht auf sich zukommen lassen zu müssen, sondern sie als Unternehmen aktiv in die Hand zu nehmen und zu gestalten. In allen Bereichen und auf allen Ebenen.

Dazu braucht es auch eine Innovationskultur. Eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung. Diese entsteht nicht von selbst – dafür gilt es Rahmenbedingungen zu schaffen. Bewusste Strukturen und Strategien, die Mitarbeitende ermutigen, neue Ideen zu teilen und immer wieder neue Wege zu beschreiten.

All die genannten Faktoren münden im Unternehmenserfolg – das ist die logische Folge.

FOR ALL Model Box

 

Unsere Untersuchungen zeigen, dass Great Place to Work® FOR ALL-Betriebe signifikant bessere Unternehmensergebnisse erwirtschaften und deutlich innovativer sind.

Great Place to Work® FOR ALL-Kultur ist messbar und damit gestaltbar. Für alle Arbeitgeber!

Great Place to Work® FOR ALL: Auf die Zukunft vorbereitet

Great Place to Work® FOR ALL steht ganz im Zeichen der Potenzialentfaltung eines jeden Mitarbeiters und einer jeden Mitarbeiterin. Was bedeutet das konkret und wie gelingt den Unternehmen die Umsetzung?

Doris Palz: In den letzten Jahren hat sich die Welt in einem enormen Tempo weiterentwickelt. Globale Zusammenarbeit, technologische Fortschritte, demografische Veränderungen und vieles mehr fordern Unternehmen heute zu besonders flexiblem, kreativ-innovativem, der Zukunft zugewandtem, mutigem Management. Dazu gehört es, die Organisation so auszurichten, dass sich das Unternehmen wie ein wendiges Boot stetig wechselnden Anforderungen anpassen kann.

Auf ManagerInnen kommt die Priorität Leadership zu. Wir beobachten, dass ganz selbstverständlich alle Maschinen, Fahrzeuge, Computer oder sonstigen Anlagen regelmäßig überprüft, gewartet und serviciert werden, um die Produktivität dieser Ressourcen optimal zu nutzen. Analysen zum optimierten Einsatz und vieles mehr stehen ganz selbstverständlich auf dem Plan.

Bei der Pflege und den Überlegungen zum optimalen Einsatz der wohl wichtigsten und meist geldintensivsten „Ressource“ im Betrieb – der Menschen – entdecken wir viel Entwicklungspotenzial. Menschen gebührt eine realistische Chance, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten und ihr ganzes Selbst im Arbeitskontext einzubringen. Um dies zu ermöglichen, sind Führungskräfte gefragt.

Unternehmenswerte und Millennials

Neben der Vertrauenskultur gelten die Unternehmenswerte als Wurzel und Basis des Unternehmens. Welche Rolle spielen die individuellen Unternehmenswerte?

Doris Palz: Ebenfalls eine enorm wichtige. Unternehmenswerte sind die Leuchttürme in den Unternehmen und neben Vertrauen der Nährboden für Potenzialentfaltung. Sie bieten Orientierung und stellen eine wesentliche Grundlage für die Zusammenarbeit dar. Sie sind entscheidend für die Dos and Don’ts im Unternehmen und dienen als Wegweiser in schwierigen Situationen.

Allerdings können Unternehmenswerte nur dann wirksam sein, wenn jede Person im Unternehmen sie kennt, nach ihnen handelt und sie als dienlich für das Denken und Handeln im jeweiligen Arbeitsbereich erachtet.

Unternehmenswerte spielen auch im Recruiting eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen es Menschen, einen persönlichen Abgleich der eigenen Werte mit jenen des potenziellen Arbeitgebers zu machen. Kann ich das, was mir wirklich wichtig ist, in diesem Unternehmen auch leben? Zusammen mit dem Unternehmenszweck geben Werte die notwendigen Hinweise, ob es grundsätzlich zu erwarten ist, dass einer sinnerfüllenden Tätigkeit nachgegangen werden kann.

Aus all den genannten Gründen bieten Werte nicht nur Sicherheit für bestehende Mitarbeitende, sondern bilden auch eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Bewerberinnen und Bewerber.

Und inwieweit macht die Führungskultur einen Unterschied?

Doris Palz: Zur Menschenführung braucht es reife Persönlichkeiten, die in der Lage sind, sich auf ihre Mitarbeitenden einzulassen, deren Bedürfnisse und Potenziale zu erkennen und den Rahmen so zu gestalten, dass diese zur Entfaltung kommen. Beginnend mit dem Auswahlverfahren.

Wir wissen, das sind hohe Anforderungen an Führungskräfte. Und diese sind unverzichtbar. Denn nur durch die Entfaltung der Möglichkeiten ALLER Mitarbeitenden können Unternehmen dauerhaft erfolgreich sein. Bleiben einzelne Gruppen unbeachtet oder werden als „weniger wert“ wahrgenommen, berauben sich Unternehmen ihrer vollen Leistungsmöglichkeit.

Im Positive Leadership-Ansatz nach Martin Seligman kommen die wesentlichen Parameter wirksamer Führung zum Ausdruck. Führungskräfte folgen dem Grundsatz der stärken- und sinnorientierten Begleitung ihrer Mitarbeitenden. Sie schaffen den Rahmen dafür, dass Menschen an ihrem Arbeitsplatz positive Emotionen und Beziehungen erleben. Menschen sind Individuen und entsprechend werden individuelles Engagement, individuelle Fähigkeiten und Persönlichkeit gefördert.

Great Place to Work® FOR ALL-Unternehmen legen nicht nur großen Wert auf die Potenzialentfaltung ihrer Mitarbeitenden, sondern erreichen damit noch viel mehr. Was folgt daraus?

Doris Palz: Unternehmen, die auf einer soliden, klaren und für alle Mitarbeitenden nachvollziehbaren, verbindlichen Wertebasis aufbauen, Vertrauenskultur leben und wirksame Führungskräfte haben, ermöglichen den Menschen im Unternehmen, ihr ganzes Selbst einzubringen.

Dazu zählen Kreativität, Mut und die Entfaltung von Unternehmergeist. Daraus erwachsen Innovationen. Und nicht nur das. In einer „Innovation by all“-Kultur sind alle Mitarbeitenden angesprochen, aktiv an der Weiterentwicklung des Unternehmens teilzuhaben.

Innovation steht heute für Führungskräfte an oberster Stelle der Aufgaben und hat sich in den letzten Jahren dort verfestigt. Bei Innovationen geht es um Unternehmensorganisation ebenso wie um Kundenbeziehungen oder Erfindungen. Wir erkennen, dass Führungskräfte schneller sein sollten, wenn es um die Änderung interner Systemabläufe geht. Schnelligkeit ist auch in Bezug auf die Entwicklung und Markteinführung neuer Produkte gefragt. Herausforderungen des Marktes rasch erkennen und daraus Chancen fürs Unternehmen umzuwandeln – darum geht es heute.

Folglich heißt es sehr konsequent, den Mitarbeitenden Freiräume zu geben. Vertrauen als unverrückbare Basis der Zusammenarbeit zu leben. Die Grenzen des Unternehmens zu sprengen und Kooperationen zu erproben. Gleichzeitig sind Führungskräfte gefordert, den operativen Betrieb in bester Qualität weiterzuführen. Dies kann bedeuten, dass mehrere Geschäftsmodelle gleichzeitig balanciert werden müssen. Wir sprechen dann gerne von agilem Erfindungsgeist, wie er etwa im Silicon Valley bereits gelebt wird – und auch im eigenen Unternehmen entfaltet werden will.

Unternehmen mit einer ausgeprägten Innovationskultur sehen Fehler konsequent als Chancen. Fehler dienen einer offenen und lernbereiten Auseinandersetzung mit den Ursachen und den Möglichkeiten, die ihnen innewohnen. Entdeckergeist, Neugier und Freude an der Verbesserung sind wesentliche Bestandteile einer Innovation by all-Kultur.

Wir kennen unsere Zukunft: Veränderung

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