Cookie-Einstellungen
Wenn Sie auf "Alle Cookies akzeptieren" klicken, erklären Sie sich mit der Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät einverstanden, um die Navigation auf der Webseite zu verbessern, die Nutzung der Webseite zu analysieren und unsere Marketingaktivitäten zu unterstützen.
Unbedingt erforderlich
- Session cookies
- Login cookies
Leistungscookies
Funktionale Cookies
- Google Maps
- YouTube
- SocialShare Buttons
Targeting-Cookies
- Facebook Pixel

Wie Führungskräfte jetzt für Sicherheit sorgen und Angst mindern

Wie Führungskräfte jetzt für Sicherheit sorgen und Angst mindern

Die Krise fordert uns Menschen heraus und kann dazu führen, dass wir uns mehr oder weniger ausgeliefert, orientierungssuchend und angsterfüllt erleben. Die Strategien im Umgang mit Unsicherheiten sind vielfältig, hängen sie doch von der individuell ausgeprägten Resilienz ab.

Erfahren Sie in diesem Beitrag, welchen Beitrag Führungskräfte (innerhalb und auch außerhalb einer Pandemie) leisten können, um Unsicherheiten & Angst zu mindern.

Was manche stresst und andere ruhig bleiben lässt

In der Great Place to Work®-Trendbefragung vom Juni konnten wir feststellen, dass Menschen ein klar geteiltes Krisen-Empfinden haben: Für 46 % spielt das Virus im Alltag derzeit kaum mehr eine Rolle und 79 % geben an, dass sie mit der Krisensituation psychisch und emotional gut umgehen können.

Bleiben 54 % der Befragten, die die Krise nach wie vor im Alltag spüren. Insbesondere wenn sie mit Risiken konfrontiert sind, wenn Unbekanntes ins Leben tritt und die Menschen sich überfordert fühlen. Mehr als ein Fünftel der Befragten gibt auch an, zumindest gelegentlich unter psychischen und emotionalen Belastungen zu leiden.

Wie war die Ausganssituation?

Dazu verrät uns eine europäische Studie von Great Place to Work®, die vor der Corona-Pandemie erhoben wurde, Interessantes. Mit dem Fokus „Stress und Wohlbefinden am Arbeitsplatz“ wurde die europäische Perspektive zum Aufbau einer Kultur des Vertrauens, der Gesundheit und des Wohlbefindens eingenommen. Dazu wurden über 900 europäische Firmen befragt.

Dieser Studie können wir entnehmen, dass arbeitsbezogener Stress schon vor der Krise eine alltägliche Belastung war. So konnte festgestellt werden, dass Stress am Arbeitsplatz in unmittelbarem Zusammenhang mit Arbeitsausfällen, Fluktuation, Verschwendung finanzieller Mittel sowie einem schlechten Kundenservice steht. Als zwei der häufigsten Stressauslöser wurden ständiger Druck sowie lange Arbeitszeiten genannt.

Führungskräfte nehmen gerade in prekären Zeiten eine Rolle mit besonderer Hebelwirkung ein. Interessant also, wie Europas Führungskräfte für besondere Stresszeiten gewappnet waren: Gut zu wissen, dass in Europa 52 % der befragten Firmen Unterstützungsmaßnahmen für ihre Führungskräfte anbieten, um deren Resilienz zu fördern.

Mechanismen für Stressbewältigung in Europa
Quelle

Bedenklich stimmt allerdings, dass lediglich 24 % der europäischen Unternehmen über Mechanismen zur Messung von Stress im Arbeitsalltag verfügen. Die strategische Bedeutung des Themas Gesundheit und Resilienz kommt dadurch zum Ausdruck, dass 65 % der befragten Führungskräfte darin eine Top Priorität sehen.

Stresslevel der Führungskräfte in Europa
Quelle

Wie hoch empfinden Führungskräfte ihren Stresslevel? Da sind europaweit deutliche Unterschiede erkennbar: die höchsten Stresslevels wurde in der Schweiz (72 %), Österreich (68 %), Griechenland (58 %) und Deutschland (58 %) festgestellt; die Länder in denen Gesundheit und Wohlbefinden am meisten unterstützt werden, sind Frankreich (84 %), Schweden (82 %) sowie die Niederlande (72 %).

Stress & Wohlbefinden Studie CTA

 

Resilienz wird durch Transparenz und Kommunikation gestärkt

In Krisenzeiten haben Mitarbeitende ein ganz besonders großes Bedürfnis nach Transparenz und danach, die Führung aktiv wahrzunehmen. Präsenz und aktive Kommunikation ist daher das Gebot der Stunde.

Egal ob persönlich, virtuell, per Video, Audio oder schriftlich – Botschaften des Managements vermitteln, dass die Ängste und Sorgen der Mitarbeitenden ernst genommen werden. Mit ihnen sendet die Führung das Signal aus, dass die Krise bewältigt und sogar zum Ausgangspunkt für Neues und Innovationen werden kann.

Empathische Führungspersönlichkeiten erkennen an, dass die Lage schwierig ist, und vermitteln gleichzeitig, dass alles für die (Job-)Sicherheit der Mitarbeitenden getan wird. Die Botschaft lautet: Wir sitzen alle im gleichen Boot und werden das sichere Ufer auch gemeinsam erreichen.

Dennoch ist diese Botschaft für manche Mitarbeitenden nicht ausreichend. Denn Emotionen und alte Muster sind häufig stärker als rationales Denken. Hat sich Angst erst einmal einen Weg ins Bewusstsein gebahnt, übt sie einen mächtigen Einfluss auf all unsere Gedanken und Handlungen aus. Angst am Arbeitsplatz liegt oft nicht in den physisch wahrnehmbaren Rahmenbedingungen, sondern mehr in der Arbeitsatmosphäre begründet.

Schlechte oder mangelnde Kommunikation zwischen den Mitarbeitenden oder ein schlechtes Verhältnis zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten schaffen einen Boden, auf dem Unsicherheit und Angst gut gedeihen können.

Ähnlich negativ wirken Führungspersönlichkeiten, die in schwierigen Zeiten regelmäßig nicht wahrnehmbar sind. Nicht nur, dass ihr Einsatz am Steuer des Schiffes in rauer See vermisst wird, sie vernachlässigen durch ihre Inaktivität auch ihre Fürsorgepflicht gegenüber den Mitarbeitenden.

Empathische Führung

Unserer aktuellen Trendstudie kann entnommen werden, dass 57 % der Arbeitnehmenden sagen, dass ihre Führungskräfte auch jetzt für Ängste oder Sorgen ein offenes Ohr haben. Damit wird dem Management lediglich ein mittelgutes Zeugnis ausgestellt.

Wenn wir daraus heute schon den wesentlichen Unterschied zwischen guter Führung vor, während und nach dieser Krisenzeit ableiten wollen, dann ist es die Empathie.

Empathische Führung ist weit weniger „soft“ als allgemein angenommen wird. Durch aktives, achtsames Zuhören schaffen empathische Führungskräfte, was Unternehmen erfolgreich macht: Sie geben Mitarbeitenden Halt und ermöglichen auch in der Krise die Entfaltung von deren Potenzialen.

Dies geht Hand in Hand mit der Stärkung der psychischen Gesundheit der Mitarbeitenden, wodurch schließlich Krankheiten vermieden werden können.

Laut EU-OSHA (2014) betragen die Gesamtkosten für psychische Erkrankungen in Europa 240 Milliarden Euro pro Jahr – und das ohne eine weltumspannende Krisensituation wie Covid-19.

Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, können betriebliche Vertrauenspersonen oder Employee-Assistance-Angebote das Mittel der Wahl sein. An diese können sich Mitarbeitende (anonym) mit ihren Ängsten und Sorgen wenden und aktive Unterstützung erhalten.

Die Sicherheit am Arbeitsplatz hat Priorität

Unabhängig vom individuell empfundenen Sicherheitsbedürfnis gebietet die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, zur Erhöhung der Sicherheit für die Mitarbeitenden die empfohlenen Maßnahmen wie Mund-Nasen-Schutz und Einhaltung von Hygienevorschriften sowie Mindestabstand maßvoll umzusetzen.

Betriebsindividuelle Sicherheitsanweisungen gehören heute genauso zum Alltag wie ausgeklügelte Anwesenheitsplanungen, damit das Gefährdungspotenzial so gering wie möglich gehalten wird.

Neben der betrieblichen Notwendigkeit zeigt sich im sorgsamen Umgang mit der Gefährdung durch Covid-19 die hohe Wertschätzung für die Mitarbeitenden und deren Sicherheit.

Das Gesamtpaket aus transparenter Kommunikation, Raum für die Bedürfnisse der Mitarbeitenden, individueller Unterstützung und Schaffung von Sicherheit am Arbeitsplatz kann aktiv zur psychischen und emotionalen Gesundheit der Mitarbeitenden beitragen. Und ist letztlich Ausdruck einer reifen Kultur des Miteinanders.



willkommen@greatplacetowork.at
© Great Place To Work® Institute. All Rights Reserved.
made with by CIC