Great Place To Work® und das Fortune Magazin haben 25 global tätige Spitzenunternehmen als Fortune World’s Best Workplaces™ 2025 ausgezeichnet. In diesem Blogbeitrag gibt Julie Sweet, CEO vom viertplatzierten Unternehmen Accenture, Einblicke in die Unternehmenskultur und ihre Arbeitsweise als Führungskraft – inklusive Tipps für Agilität und drei Bereichen für erfolgreiche Transformation bei Führungskräften.
Wer sind die World’s Best Workplaces 2025?
Alle der World’s Best Workplaces™ 2025 ausgezeichneten Unternehmen haben die Mitarbeiterbefragung von Great Place To Work® durchgeführt. Die Ergebnisse basieren auf über 9 Millionen Antworten, die mehr als 25 Millionen Beschäftigte weltweit repräsentieren. Um für die Liste berücksichtigt zu werden, müssen Unternehmen mindestens 5.000 Mitarbeitende weltweit beschäftigen und als herausragende globale Arbeitgeber anerkannt sein, indem sie im Jahr 2024 oder Anfang 2025 auf mindestens fünf Best Workplaces™-Listen in Asien, Europa, Lateinamerika, Afrika, Nordamerika oder Australien erscheinen. Die Besten der Besten daraus schafften es unter die Top 25.
Hier gibt es die komplette Siegerliste World’s Best Workplaces™ 2025.
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Unternehmenskultur und die Integration von KI bei Accenture
Julie Sweet von Accenture gibt Einblicke in die Unternehmenskultur und die Integration von KI. Sie spricht nicht nur über Neuerfindung und Transformation – sie lebt es. Als CEO hat sie Accenture durch einige der größten Veränderungen in der Unternehmensgeschichte geführt und gestaltet die Unternehmenskultur mit Integration der Künstlichen Intelligenz.
Jede Führungskraft sollte sich selbst als „Neuerfinder“ sehen. Transformation kann nur durch Führungskräfte geschehen, betont Sweet.
Sweet ist überzeugt, dass Führungskräfte alles laufend überdenken müssen – wie sie arbeiten, wie sie ihre Mitarbeitende fördern und wie sie führen. Nur KI ins Unternehmen einzubauen, reicht ihrer Meinung nach nicht aus, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Sie betont, dass es im Zuge einer Transformation wichtig sei, Arbeitsweisen und Formen der Zusammenarbeit neu zu denken.
Kommunikations- und Change-Management-Training bei Führungskräften
Zur Transformation eines Unternehmens gehört es nicht nur, eine neue Geschäftsstrategie zu etablieren. Auch Führungskräfte selbst müssen sich weiterentwickeln, betont Sweet.
Das heißt: neue Denkweisen, Verhaltensmuster und Fähigkeiten zu erlernen – und klar zu kommunizieren, um Mitarbeitende zu inspirieren und durch die Veränderung zu führen.
Die Kommunikation ist das Herzstück eines Unternehmens und entscheidender Faktor in der Weiterentwicklung der Mitarbeitenden, betont Sweet. Deshalb ist bei Accenture ab diesem Jahr Kommunikations- und Change-Management-Training fester Bestandteil jeder Führungsebene.
KI kann keine menschliche Verbindung ersetzen
KI kann echte menschliche Verbindung nicht ersetzen ist auch Michael C. Bush, CEO von Great Place To Work®, überzeugt. Denn: KI kann nicht empathisch zuhören und keine Fürsorge oder echte Inspiration bieten. Das ist Aufgabe von Führungskräften. Die Technologie kann uns helfen, intelligenter zu arbeiten, aber nur Menschen können Vertrauen aufbauen und dieses spürbar leben.
Sie sei eine große Befürworterin der neun Führungsverhaltensweisen, die Great Place To Work definiert hat, sagt Sweet. Dazu zählen:
- Zuhören
- Sprechen
- Dankbarkeit und Wertschätzung
- Entwickeln
- Fürsorge
- Teilen
- Feiern
- Inspirieren
- Einstellen und Willkommen heißen
Sie führt diese Verhaltensweisen – zusammen mit transparenter Kommunikation – als Grundlage dafür an, dass bei Accenture unter den 779.000 Mitarbeitenden in über 120 Ländern ein starkes Vertrauensfundament entstanden ist. Dieses Vertrauen brachte dem Unternehmen den Aufstieg um zwei Plätze auf Platz 4 und somit unter die Top 5 der World’s Best Workplaces™ 2025.
Unternehmen mit einem hohen Maß an Vertrauen – wie die World’s Best Workplaces – weisen deutlich höhere Produktivität, Innovationskraft und Agilität auf als typische Arbeitsplätze. Das führt nachweislich zu höheren Umsätzen und einer stärkeren Aktienmarktperformance, wie datenbasierte Analysen belegen.
Agilität braucht Sicherheit und Mut zur Veränderung
Damit Agilität wirklich entsteht, müssen Führungskräfte eine Kultur schaffen, in der Menschen sich sicher fühlen, Neues auszuprobieren.
Bei Accenture wird eine Kultur des Fortschritts statt der Perfektion gelebt, sagt Sweet. Durch die Etablierung dieser Kultur wird mehr Sicherheit geschaffen, schneller Neues ausprobiert und das Vertrauen, Fehler machen zu dürfen, grundgelegt. All dies ist tiefer Bestandteil der DNA bei Accenture.
Studienergebnisse von Great Place To Work bestätigen das.
Der wichtigste Faktor für Agilität ist, Mitarbeitenden Freiraum zum Ausprobieren zu geben und ihre Bemühungen zu würdigen. Gelingt das, sind Mitarbeitende laut einer Befragung von 1,3 Millionen Menschen 253 % wahrscheinlicher bereit, sich ohne Angst an Veränderungen anzupassen.
Drei Veränderungen, die Führungskräfte angehen sollten
Julie Sweet nennt drei zentrale Wechsel in der Denkweise, die Führungskräfte berücksichtigen sollten:
1. Der Fokus von Effizienz hin zu Wachstum
Gespräche über KI gehen zunehmend über reine Produktivitätsgewinne hinaus – hin zu der Frage, wie die KI Unternehmen helfen kann, neue Märkte zu erschließen, Umsätze zu steigern und Arbeitsplätze zu schaffen.
Die meisten CEOs, mit denen Sweet spricht, haben das Gefühl, ihre Organisationen seien zu stark auf Effizienz ausgerichtet und sie verpassen die Wachstumschancen durch KI. Wir erleben gerade einen Wandel hin zu der Frage, wie KI Wachstum fördern kann – durch neue Geschäftsmodelle, stärkere Kundenbindung oder eine bessere Abstimmung von Angebot und Nachfrage.
Und in einem Jahr? Der Fokus wird sich verschieben – von der Frage ‚Wie skaliere ich?‘ zu ‚Kann ich skalieren?‘ bis hin zu ‚Wie schnell kann ich skalieren?‘ betont Sweet und prognostiziert, dass wir bald über physische KI sprechen werden.
2. Weiterbildung für alle
Accenture investiert jährlich rund eine Milliarde US-Dollar in die Weiterbildung seiner Mitarbeitenden. Die Hauptstrategie ist „Reskilling“, sagt Sweet. Jede einzelne Person bei Accenture hat Zugang zu Schulungen. Das Unternehmen hat die gesamte Lernplattform – inklusive akademischer Abschlüsse – für alle geöffnet.
Accenture hat außerdem auch eine LearnVantage eingeführt – eine personalisierte Lern- und Trainingsplattform, die Unternehmen und ihren Mitarbeitenden hilft, die nötigen Tech- und KI-Kompetenzen aufzubauen. Ziel ist es, den Umgang mit KI zu erweitern und auszubauen.
3. Mit Mut und Demut führen
Führungskräfte müssen bereit sein, Richtung und Strategie zu ändern, wenn es die Zeit erfordert. Als Sweet 2019 CEO wurde, führte sie ein neues Wachstumsmodell ein – und jetzt, mit dem Aufstieg der KI, richtet Accenture sich erneut neu aus.
Man muss die Demut haben, sagen zu können: So großartig etwas war, das wir vor einigen Jahren getan haben – wir müssen bereit sein, es zu verändern und etwas Neues einzuführen.
Der Blick muss stets in die Zukunft gerichtet sein und mit aktuellen Herausforderungen und Anforderungen angepasst werden.
Auch Michael C. Bush betont in diesem Zusammenhand, dass Führung nicht statisch bleiben darf. Wer immer gleich führt, erzielt immer dieselben Ergebnisse. Aber Veränderung erfordert Mut.
FAZIT: Veränderung ist Gewinn
Sweet stellt sich jeden Tag die Frage, ob die Veränderungen im Unternehmen „genug“ sind oder ob es noch Potential gibt. Sie betont, niemand kann die Zukunft mit Sicherheit vorhersagen – besonders in Zeiten rasanter technologischer Entwicklung. Doch genau das macht die Gegenwart so spannend: Branchenveränderungen, Wettbewerbsveränderungen, neue Technologien, die neue Fähigkeiten erfordern – das alles ist kein Nachteil, sondern ein Gewinn. Exzellenz, Selbstvertrauen und Demut – das sind ihre zentralen Elemente, denn ihre Mission ist, sich selbst und das Unternehmen so herauszufordern, um weiter erfolgreich zu sein und auf der Siegerstraße zu bleiben.
