Unternehmenskultur als Differenzierung

Unternehmenskultur zum Raketenstart

Erfolgreiche Betriebe wissen es: Die Unternehmenskultur ist der beste Differenziator, um sich von der Konkurrenz abzuheben und hervorzustechen, um gegen Fachkräftemangel vorzusorgen und ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen zu sein.

Was haben erfolgreiche Unternehmenskulturen gemeinsam? Sie leben eine offene, ehrliche Vertrauenskultur.

Erfahren Sie in diesem Beitrag, warum die Entwicklung einer Vertrauenskultur so essenziell ist und warum gerade sie der ausschlaggebende Differenziator am Arbeitsmarkt ist. Lesen Sie weiter, was die zentralen Werte und Maßnahmen einer gelebten Vertrauenskultur sind.

Der Kampf um die besten Talente steigt weiter

Der Wettbewerb um neue Fachkräfte und Mitarbeitende hat sich nicht nur gewandelt, sondern wird sich in der nahen Zukunft weiterhin stark verändern und zuspitzen. Der anhaltende Geburtenrückgang und das Ausscheiden vieler Erwerbstätiger der „Baby Boomer“ Generation verschärfen die Situation.

Bevölkerungspyramide in ÖsterreichQuelle: Statistik Austria

Die Grafik zeigt die Bevölkerungspyramide der letzten Jahrzehnte und macht auf die Herausforderungen aufmerksam, die auf Unternehmen zukommen. Wir haben fünf Herausforderungen im Wettbewerb um Mitarbeitende und Fachkräfte identifiziert.

Fünf Herausforderungen im Wettbewerb um Arbeitskräfte

1. Geburtenrate im Rückgang:

Die Geburtenrate ist in den letzten Jahrzehnten rückgängig. Daraus resultierend sind weniger verfügbare Arbeitskräfte auf dem Arbeitsmarkt zu finden.

2. Anstieg der Pensionierungen:

Die Generation der „Baby Boomer“ scheidet altersbedingt aus dem Arbeitsmarkt aus und daher steht eine große Pensionierungswelle bevor. Die Anzahl der über 60-Jährigen, und damit die der Nicht-Erwerbstätigen, steigt weiter.

3. Abwerbung der Arbeitskräfte:

Professor Bartz vom ICM unterstreicht im Interview zur agilen Arbeitswelt eine weitere Problematik. Zukünftig werden wir stärker mit einem Abwerben von Arbeits- und Fachkräften aus dem Nachbarland konfrontiert. Deutschland ist noch stärker vom Fachkräftemangel betroffen und wird zukünftig verstärkter Talente aus Österreich abwerben.

4. Globalisierung:

Nicht nur der demographische Wandel wirkt auf die Zukunft des Arbeitsmarkts. Auch andere Indikatoren spielen eine große Rolle beim Fachkräftemangel.

Globalisierung und offene Grenzen ermöglichen, zumindest innerhalb europäischer Grenzen, einen breiteren Arbeitsmarkt. Das muss nicht zwangsläufig bedeutet, dass wir nur ein Abwerben der besten Arbeitskräfte aus anderen Ländern befürchten müssen. Globalisierung birgt auch eine Bereicherung für den heimischen Arbeitsmarkt. Wird eine offene Unternehmenskultur gelebt, kann vor allem die Anwerbung von zugewanderten Mitarbeitenden und Fachkräften aus anderen Ländern eine große Bereicherung sein.

5. Digitalisierung:

Nationale Grenzen werden nicht nur durch Globalisierung überschritten. Die Digitalisierung trägt dazu bei, dass nationale Grenzen aufgebrochen werden. Durch Digitalisierung werden nicht nur örtliche, sondern auch zeitliche Grenzen überschritten.  Mitarbeitende müssen nicht unbedingt in der gleichen Stadt oder im gleichen Land wie das Unternehmen leben und können darüber hinaus auch zu anderen Uhrzeiten tätig sein.

Der entscheidende Faktor im Mitarbeiter- und Fachkräftemangel: die Unternehmenskultur

Diesen Entwicklungen standhalten zu können ist kein leichtes Unterfangen. Unternehmen müssen sich abheben – und das nicht etwa visuell oder greifbar – vielmehr „spürbar“.

Durch unseren Austausch mit zahlreichen Unternehmen über Jahrzehnte hinweg wissen wir, der entscheidende Faktor im Mitarbeiter- und Fachkräftemangel ist die Unternehmenskultur. Sie steht an erster Stelle, wenn es darum geht, attraktive Arbeitsplätze zu schaffen und zu garantieren.

Den Stellenwert der Unternehmenskultur und wie entscheidend sie für potentielle Mitarbeitende ist, verdeutlicht eine Studie von Kom Ferry (2017). Die Online-Umfrage beschäftigte sich mit Problemen und Trends, die Unternehmen auf der Suche nach neuen Talenten begegnen. Eine der Fragestellungen lautete:

Was wird in den nächsten fünf Jahren der größte Aspekt für BewerberInnen in der Auswahl der Unternehmen sein?

Größter Aspekt für Bewerber in der Auswahl des UnternehmensQuelle: ©Korn Ferry 2017

Mit 23 % ist dieUnternehmenskultur auf Platz zwei und einer der wichtigsten Gründe für Arbeitssuchende bei der Entscheidung ihres zukünftigen Arbeitgebers.

 „Unternehmenskultur? Haben wir!“, so die meisten Unternehmensvertreter. Doch auf die gelebten Werte kommt es an. Das Vertrauen steht immer bei denjenigen Unternehmen im Mittelpunkt, die auch in Zukunft als attraktive Unternehmen punkten sowie erfolgreich werden und bleiben.

Vertrauenskultur wirkt auf die wirtschaftliche Performance

Eine Vertrauenskultur bedeutet aus Sicht der Mitarbeitenden, denjenigen zu vertrauen, für die man arbeitet, stolz zu sein auf das was man tut und Freude an der Zusammenarbeit mit anderen zu haben (Robert Levering, Mitbegründer Great Place to Work®).

Nur durch eine Vertrauenskultur kann in Zeiten von Globalisierung, Digitalisierung und demographischem Wandel großartige, erfolgreiche Arbeitsbedingungen für alle garantiert werden.

Mehr noch! Dass sich eine Vertrauenskultur positiv auf die Motivation der Mitarbeitenden und somit auf die wirtschaftliche Performance des Unternehmens auswirkt, unterstreicht unsere Vergleichsstudie zwischen Great Place to Work® zertifizierten Unternehmen und Österreichs Durchschnittsbetrieben:

 Merkmale von Österreichs Besten Arbeitgebern 2019
Quelle: Great Place to Work® Österreich

Was macht sie aus, die perfekte Vertrauenskultur?

Dazu sind folgende Überlegungen notwendig:

Wie steht es um die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und deren Vorgesetzten?

Wie steht es um die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und deren KollegInnen?

Welche Beziehungen pflegen die Mitarbeitenden zu ihrem Beruf?

Welche Werte prägen all diese Beziehungen?

Die Trust Index© Mitarbeiterbefragung gibt Auskunft zur erlebten Beziehungsqualität und Unternehmenskultur und erfasst das wertvolle Feedback der Mitarbeitenden in den fünf Werten: Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist.

Diese Werte sind ausschlaggebend für ein zukunftsorientiertes, erfolgreiches Unternehmen, in dem es sich nicht nur arbeiten, sondern auch leben lässt. Nur das richtige Arbeitsumfeld und eine Vertrauenskultur ermöglichen attraktiven Arbeitgebern, sich in Zeiten von demographischem Wandel und Globalisierung abzuheben.

Und wie gestaltet man Vertrauenskultur?

Unternehmen stehen vor der großen Herausforderung, sich ständig weiterzuentwickeln, um auch in Zukunft sichere und wertvolle Arbeitsweisen zu gewährleisten. Zur Vertrauenskultur zählen nicht nur die gelebten Werte, sondern auch, welche Maßnahmen von Seiten des Unternehmens wie umgesetzt werden.

Great Place to Work© schafft mit dem Giftwork™ Modell einen ganzheitlichen Blick auf die Prozesse und Maßnahmen der Kulturarbeit in den Unternehmen zu werfen. Im Rahmen des Culture Audit© werden neun Bereiche der Personalarbeit analysiert. Dabei handelt es sich um die maßnahmenseitige Ausgestaltung der betrieblichen Vertrauenskultur. Hier geht es vorwiegend darum, dass in Organisationen das (Zusammen)Arbeits-Erlebnis aktiv gestaltet wird, um die Unternehmenswerte lebendig auszugestalten und Mitarbeitenden einen klaren Rahmen für ihre betriebliche Entfaltung zu bieten.

Orientiert wird sich an neun Gestaltungsfeldern: Einstellen & Integrieren, Inspirieren, Informieren, Zuhören, Anerkennen, Entwickeln, Fürsorge zeigen, Feiern & Teamgeist und Beteiligen.

Qualität steht vor Vielfalt

Ob eine Maßnahme die gewünschte Wirkung bei der Belegschaft zeigt, hängt von mehreren entscheidenden Faktoren ab. Es ist nicht die Anzahl oder Vielfalt der Angebote alleine, sofern diese dem erwartbaren Standard der Unternehmensgröße und der Branche entspricht.

Damit die Wirksamkeit der Maßnahmen bei den Mitarbeitenden ankommt, ist vielmehr die Ausgestaltung einer Maßnahme entscheidend. Das „Wie“ steht somit immer über dem „Was“. Die Maßnahmen müssen stimmig sein und zur Unternehmenskultur passen.

Anhand dieser Kategorien lässt sich eine Bestandsaufnahme erstellen, auf deren Basis eine optimale Weiterentwicklung der Kulturarbeit im Unternehmen möglich gemacht wird.


Fazit: Unternehmen mit Vertrauenskultur heben sich ab

Für das erfolgreiche Unternehmen der Zukunft geht es nicht mehr darum, wieso Unternehmenskultur der ausschlaggebende Nenner für ausgezeichnete Ergebnisse ist. Vielmehr müssen sie sich mit der Frage beschäftigen, welche Unternehmenskultur sie etablieren wollen, um Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel souverän begegnen zu können.

Die Antwort lautet ganz klar: Vertrauenskultur!

Vor allem in der schnelllebigen Zeit der Digitalisierung und Globalisierung, in der Grenzen jeglicher Art aufgebrochen und neu gezogen werden, müssen Unternehmen eine stabile Vertrauenskultur bieten. So können sie auch in Zukunft, und besonders bei einem Mangel an Fachkräften, als attraktiver Arbeitgeber bestehen und sich von anderen differenzieren.

„Österreichs Beste Arbeitgeber“ leben eine herausragende Vertrauenskultur. Wie Sie das machen und was sie tun?

Wir geben im Best Practices Report 2019 Einblicke in insgesamt 73 Best Practices. Lassen Sie sich von den kreativen und innovativen Ansätzen und der Kulturarbeit inspirieren!

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