Konferenzen als Orte der Begegnung in Zeiten der Digitalisierung

Romy Faisst, Gründerin von Österreichs größtem Konferenz- und Seminarveranstalter Business Circle, über zeitgemäße Branchentreffs und den Charme einer persönlichen Begegnung.

Romy
Faisst

Gründerin  
Business Circle      

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Was macht eine gute Konferenz aus?

Am besten ist natürlich wenn am Ende alle inspiriert und glücklich sind. Ich sehe das zum Beispiel jedes Jahr auf der PoP, unserer großen Personalkonferenz mit mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die meisten haben einen großen Gestaltungsanspruch, es gibt einen offenen Austausch, fachlich und persönlich. Wenn so etwas möglich ist, entsteht etwas ganz Besonderes.

Was können Konferenzen, was Youtube und Livestreams nicht können?

Es mag banal klingen, aber die persönlichen Begegnungen machen den großen Unterschied. Eine kollektive Intelligenz ist nur spürbar und greifbar, wenn man live dabei ist. Außerdem bieten diese Branchentreffpunkte neben Vorträgen, Keynotes und Inputs ja auch interaktive Formate wie Round Tables, Worldcafe‘s, Deep Dives etc., wo man sich selbst mit Erfahrungen einbringen kann und gezielte Fragen in die Diskussion bringen kann.

Wie wichtig sind diese interaktiven Elemente?

Wissen muss ankommen, vielleicht sogar berühren. Und je mehr du involviert bist, desto besser kommt es an. Wenn das Wissen nur in eine Richtung geht, kann es sich nicht so sehr verankern, wie wenn ein Hinterfragen, ein Austausch, eine Reflexion mit anderen möglich ist. Die Arbeit in den Kleingruppen ermöglicht den notwendigen Tiefgang.

Warum sollte man Konferenzen überhaupt besuchen?

Die Menge des verfügbaren Wissens steigt von Jahr zu Jahr in allen Fachgebieten. Welche Themen bewegen meine Branche? Was bringt die Zukunft? Welche Lösungsansätze gibt es für aktuelle, konkrete Herausforderungen? Konferenzen liefern Antworten auf diese Fragen, spüren Trends auf und liefern den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Perspektiven, umsetzbare Ideen, vielleicht sogar Handlungsanleitungen, die jeder für sich definieren muss und nach der Konferenz abarbeiten kann. Und natürlich, nicht zu vergessen, die Netzwerkmöglichkeiten. Es gibt kaum bessere und effizientere Gelegenheiten mit Menschen aus seiner Branche zusammenzukommen.

Wie stehen Sie als Initiatorin und Veranstalterin großer Konferenzen zu Barcamps?

Eine Konferenz geht deutlich über den Wissens- und Erfahrungsaustausch unter Kolleginnen und Kollegen, wie es bei Barcamps üblicherweise der Fall ist, hinaus. Wenn wir sagen, dass Sie bei uns von den Besten lernen können, meinen wir das auch genauso. Unsere Vortragenden sind erstklassige und oft international angesehene Expertinnen und Experten auf ihrem Fachgebiet, bei den Keynote Speakern handelt es sich um inspirierende Persönlichkeiten, Pioniere, Querdenker. Natürlich haben diese Menschen ihren Preis.

Am Ende des Tages dreht sich alles um die Zufriedenheit der Teilnehmer: Was sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren?

Eine schlüssige Dramaturgie, anstatt einer Aneinanderreihung von Vorträgen ist die Basis oder besser gesagt das Pflichtprogramm. Dazu kommt eine perfekte Organisation.
Es sind die vielen, kleinen Details die das große Ganze ausmachen. Am besten ist, wenn man die Organisation nicht sieht. Was man aber gerne sehen und spüren darf, ist die authentische Herzlichkeit, die ich selbst an meinem Team so besonders schätze.

Wie haben sich Konferenzen durch die Digitalisierung verändert?

Vieles geht schneller und automatischer. Wir kommunizieren anders, der Zugang zu Wissen und das Teilen von Wissen wurde revolutioniert. Bei unseren analogen Konferenzen setzen wir immer mehr digitale Tools ein: Unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer vernetzen sich z.B. über unsere APP nach gewissen Kriterien, Meinungen können leicht via Votings eingeholt werden, Feedback auf Knopfdruck. Digitale Tools sind in vielerlei Hinsicht ein Segen, aber das persönliche Gespräch kann nicht ersetzt werden und das ist gut so.

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