KI-Agenten verändern unsere Arbeitswelt – und sie stellen Unternehmen vor neue, grundlegende Fragen: Wie arbeiten Mensch und Maschine künftig zusammen? Welche Kultur brauchen Organisationen, um Technologie produktiv, verantwortungsvoll und innovativ einzusetzen?
Die Antwort liegt jedoch nicht primär in der Technologie, sondern und vor allem in der Haltung und in der Unternehmenskultur. Dort, wo Offenheit, Mut und Zusammenarbeit gelebt werden, wird auch KI zu einer echten Chance für Menschen und Organisationen.
Der KI-Experte Michael Bednar-Brandt und Christian Trübenbach, Senior Manager & Senior Culture Coach bei Great Place To Work®, sprechen im Webinar über KI-Agenten, wie die Zukunft der Arbeit aussehen kann und was erfolgreiche Betriebe jetzt schon richtig machen.
Erfahrt aus Expertenhand, welches Führungsmodell es braucht und wie die vier zentralen Schritte zur erfolgreichen Arbeit mit KI-Agenten aussehen.
Das gesamte Webinar könnt ihr hier nachhören.
Was sind KI-Agenten?
Bei KI-Agenten sprechen wir von zunehmend selbstständigen KI-Systemen. In der Arbeitswelt werden uns hybride Organisationen begegnen, wo Menschen und KI-Systeme zusammenarbeiten. Auf der einen Seite stehen Mitarbeitende, die Agenten losschicken, um Aufgaben zu lösen und auf der anderen Seite stehen die KI-Agenten, die diese Aufgaben selbstständig übernehmen.
Kern und Schlüsselwort ist dabei die Autonomie. Es wird ein Ziel definiert aber kein Weg dorthin, sondern es besteht Handlungsfreiheit, wie das Ziel erreicht wird. Die Entwicklung der KI-Agenten geht in diese Richtung und das erfordert klare Rahmenbedingungen.

Von der Technologie zur Organisation: Effizienz ist nicht alles
In der öffentlichen Diskussion rund um künstliche Intelligenz und KI-Agenten steht oft das Thema Effizienz im Vordergrund: Wie können wir Kosten sparen? Wie Prozesse automatisieren? Doch dieser Blick ist zu kurz gegriffen oder der Fokus falsch. Denn: Wer versucht, Kosten gegen null zu treiben, optimiert sich langfristig selbst weg.
Die wahre Stärke von KI liegt nicht in der Kosteneinsparung, sondern in der Fähigkeit, Innovation und Lernfähigkeit zu fördern. Innovation gelingt nicht allein durch die Technik, sondern durch Organisationen, die Mut zur Veränderung haben und Rahmenbedingungen schaffen, in denen Menschen und KI-Systeme gemeinsam Neues schaffen können.
Was bei der Einführung von KI zu beachten ist
Wir haben auf der einen Seite die technische Komponente, aber der Mensch muss dabei immer im Mittelpunkt stehen. Unternehmen müssen sich überlegen, was die KI-Einführung mit der bestehenden Unternehmenskultur macht und was für die Umsetzung benötigt wird. Veränderungsbereitschaft, Führungskultur und der Umgang mit der Technologie stehen im Fokus.
Hybridorganisationen: Mensch und KI-Agenten arbeiten zusammen
Mit der zunehmenden Emergenz von KI-Agenten, also selbstständig handelnden Systemen, entsteht eine neue Form der Organisation: Hybridorganisationen.
Dabei arbeiten Menschen und KI-Agenten Seite an Seite – sie ergänzen einander, teilen Aufgaben und kommunizieren über digitale Schnittstellen.
Ein einfaches Beispiel:
Ein:e Mitarbeitende:r beauftragt einen KI-Agenten, ein Hotel für eine Mitarbeitendenkonferenz zu finden. Der Agent recherchiert eigenständig, vergleicht Angebote, kommuniziert mit Hotels, prüft Verfügbarkeiten – und legt eine Empfehlung vor.

Hunderte oder tausende solcher Agenten könnten künftig parallel im Hintergrund agieren – autonom, aber in enger Abstimmung mit den Teams. Damit das produktiv und sicher funktioniert, braucht es klare Rahmenbedingungen, Werte und Kommunikationsstrukturen:
- Klare Leitplanken statt Mikromanagement
- Gemeinsamer Kontext als Grundlage für Kollaboration
- Kommunikation und Koordination in Echtzeit
- Feedback als Betriebssystem des Lernens
- Werte als Kompass für Autonomie
- Neue Führungsmodelle für eine neue Arbeitsrealität
In dieser neuen Welt reicht das klassische Führungsverständnis „Command & Control“ nicht mehr aus. Die Zukunft mit zunehmender Automatisierung geht in Richtung „Explore & Automate“:
- Explore: Neues ausprobieren, lernen, verstehen, experimentieren.
- Automate: Alles, was standardisierbar ist, automatisieren – um Zeit für Kreativität, Innovation und echte Zusammenarbeit zu gewinnen.
Ich betreibe Forschung und setze mich damit auseinander, wie ich effizierter werde, Produkte und Services entwickle und zufriedene Kunden bekomme. Automatisieren und flexible Zusammenarbeit stärken steht im Fokus, um die gewonnene Zeit für Kunden und Innovation zu nutzen.
„In komplexen Mensch-KI Systemen kommt Fortschritt aus Wechselwirkung, nicht aus Kontrolle.“
Michael Bednar-Brandt

Was die Best Workplaces in Tech™ 2025 schon heute vormachen
Innovation ist kein Zufallsprodukt. Sie entsteht dort, wo Menschen mitreden, mitgestalten und sich sicher fühlen. An Arbeitsplätzen, an denen Menschen von Führungskräften anerkannt werden und Fehler passieren dürfen, liegt großes Potential für echte Innovation und auch ein guter Nährboden für die Integration von Neuem, wie der KI.
Die TOP 10 Best Workplaces in Tech™ 2025 leben eine Kultur des Vertrauens und der Fairness. Die Ergebnisse des Tech-Benchmark Innovationsreports zeigen auch bemerkenswerte Unterschiede zu den Durchschnittsunternehmen in Österreich:

- Die Veränderungsbereitschaft (sich schnell auf Veränderungen einzustellen) liegt bei den Best Workplaces in Tech bei 91 %. Zum Vergleich: In österreichischen Durchschnittsunternehmen beträgt der Wert nur 56 %.
-> In Zukunft wird diese Offenheit sehr wichtig sein, um KI oder KI-Agenten zu integrieren und die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden zu stärken.
- Die Wertschätzung (Neues zu versuchen wird wertgeschätzt) liegt bei den Best Workplaces in Tech bei 91 %. Im Vergleich: In österreichischen Durchschnittsunternehmen stimmen nur 49 % zu.
-> In den Betrieben wird es wertgeschätzt, etwas Neues auszuprobieren und die Mitarbeitenden werden dazu ermutigt.
Vier zentrale Hebel für Organisationen im KI-Zeitalter
- Altlasten bereinigen:
Veraltete Strukturen, Silos und technische Grenzen blockieren Innovation. Schrittweise Vereinfachung ist entscheidend, um neue Wege zu ermöglichen. - Führung neu denken:
Organisationen sind keine Maschinen, sondern lebendige Organismen, die sich dynamisch bewegen. Führung muss Gestaltung, Sinn und Vertrauen beinhalten. - Neue Verhaltensmuster etablieren:
Transformation durch kleine Schritte, Kulturwandel entsteht nicht über Nacht. Nachhaltige Veränderung entsteht durch Repetition, Erfahrung und gemeinsames Lernen. - Das große Bild erkunden:
Ganzheitliches Denken fördern, HR, Technologie, Recht, Sicherheit – alle müssen zusammenwirken. Nur wenn menschliche und technologische Perspektiven vereint werden, entsteht echte Innovationskraft.
Fazit: Unternehmenskultur ist die Basis zur erfolgreichen Zukunft mit KI-Agenten
Die Zukunft der Arbeit wird hybrid, lernend und dynamisch. KI-Agenten können ein selbstverständlicher Teil unserer Organisationen werden – doch ob daraus Fortschritt entsteht, hängt von uns ab.
Michael Bednar-Brandt betont in diesem Zusammenhang, es sei nie die Technologie das „Problem“, sondern der Umstand, wie wir mit Veränderung umgehen. Bei jeder Weiterentwicklung braucht es schließlich die Veränderungsbereitschaft der Menschen und für Unternehmen ist dies eine verändertere Führungskultur und eine angepasste Unternehmenskultur. Daran gilt es zu arbeiten. Fortlaufend.
