„Jedes teilnehmende Unternehmen hat meinen Respekt"

Sein Unternehmen war 2003 eines der ersten Sieger bei Österreichs Beste Arbeitgeber. Heute ist Prof. Dr. Manfred Winterheller erfolgreicher Coach, Autor und Vortragender. Wir fragten ihn nach seinen Gedanken zu Great Place to Work®, aktuellen Herausforderungen von Unternehmen und wie man das Unerreichbare erreichbar macht.


1. Herr Prof. Dr. Winterheller, Sie sind einer der Great Place to Work® Pioniere. Ihr Unternehmen wurde 2003 unter den Top 10 Arbeitgebern auf Europäischer Ebene ausgezeichnet. Wie war das damals?

Die Idee zur Teilnahme entstand damals in meinem Führungsteam. Es war der internationale Aspekt, der uns eingenommen hat. Es ist schon lange nicht mehr genug, lokal der oder die Beste zu sein. Der Anspruch muss darüber hinaus gehen, weil der Wettbewerb heute durch das Internet für jedes Unternehmen weltweit geworden ist.


2. Sind Sie darauf heute noch stolz? Wenn ja, weshalb?

Ja, ich bin heute noch stolz darauf. Diese Auszeichnung ist uns ja nicht passiert, sondern es war von Anfang an unser klares Ziel, dass unsere Mitarbeiter in unserem Unternehmen eine Art von zweiter Familie finden sollten. Wir haben vor allem mit dem ersten Platz auf europäischer Ebene ein Ziel erreicht. Das ist ja immer eine der größten Freuden des Lebens.


3. Eine der größten aktuellen Herausforderungen von Unternehmen ist es, motivierte und qualifizierte Mitarbeiter zu finden – was raten Sie diesen Unternehmen?

Wenn man Freunde finden will, muss man zuerst selber ein Freund werden. Das Problem ist nicht das Angebot an Mitarbeitern. Das Problem sind die Unternehmen, die für diese begehrten Mitarbeiter einfach keine geeigneten Arbeitsplätze haben. Die Welt ändert sich mit atemberaubender Geschwindigkeit aber viele Unternehmen setzen auf klassische Vorgehensweisen, weil es das einzige ist, was sie kennen und können. Das passt einfach nicht zusammen.


4. Sie führen die Seminarreihe „Der Weg zur High-Performance“, bei der Sie sich mit dem individuellen Schaffungsvermögen eines Menschen beschäftigen. Was bedeutet „High Performance“ und wie können Mitarbeitende diese erreichen?

High Performance ist das Erreichen von Zielen, die eigentlich außerhalb des Erreichbaren stehen. Das Erreichen des angeblich Unerreichbaren ist deshalb möglich, weil Worte wie „erreichbar“ und „realistisch“ keine objektiven Beschreibungen sind. Sie sind nicht mehr als subjektive Einschätzungen. Immer wenn ein Mensch eine Grenze in Frage stellt und sich jenseits dieser Grenze visualisiert, immer dann verschieben sich diese scheinbar so harten Grenzen.

 

5. Ein Great Place to Work® ist, wo man darauf stolz ist, was man tut und dies auch gerne tut. Bei „High-Performance“ geht es darum, Dinge die man gerne tut auch gut zu tun. Das passt ja gut zusammen, oder?

Das passt sogar hervorragend zusammen. Etwas gerne tun und etwas gut können, das sind sich gegenseitig verstärkende Elemente unseres Tuns. Man beginnt etwas, weil man es tun will. Mit zunehmendem Können kommen zusätzliche Freude und das Gefühl der Selbstrealisation auf. Letzteres halte ich für den wesentlichsten Antrieb und die wesentlichste Quelle für Lebensglück überhaupt. Zu spüren, dass man etwas gut kann, dass man eine innere Vorstellung in die erlebte Realität übersetzen kann, das ist eine unglaubliche und auf keine andere Weise erlebbare Freude. Das kann man zB im Sport erleben, wenn ein vorgestellter Ballwechsel im Tennis genau so ankommt wie man ihn innerlich geplant hat oder auch im Beruf, wenn zB ein Mitarbeiter- oder ein Kundengespräch genau so konstruktiv abläuft wie man es sich vorgestellt hat.


6. Braucht High Performance gute Führung? Wie kann dies gelingen?

Führung ist das entscheidende Werkzeug zur Erzielung von High Performance. Gute Führung setzt das Beste in Menschen frei. Sie erlaubt es den Mitarbeitern, ihre inneren Potentiale zu erkennen, ihre Stärken weiterzuentwickeln und damit einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen eines größeren Ganzen zu leisten. Das verhindert das Ausbrennen von Menschen, wie es unter klassischen Managementtechniken zu einer Seuche geworden ist.


7. Welchen Wert hat Great Place to Work® aus Ihrer Perspektive für Unternehmen?

Es ist wunderbar, dass es diese Initiative gibt. Sie bietet die Möglichkeit, ein objektives Urteil über die Zukunftsfähigkeit zu erhalten. Es ist ja schon eine klare Richtungsentscheidung, sich an so einem Bewerb zu beteiligen. Jedes teilnehmende Unternehmen hat meinen Respekt, weil die Teilnahme allein ja schon zeigt, dass man bestimmte Ziele anvisiert. Wenn man es dann einmal in die Spitzenränge geschafft hat, dann weiß man, dass man über Jahre die richtigen Maßnahmen gesetzt hat.

Vielen Dank an Herrn Prof. Dr. Winterheller für die wertvollen Inputs & Gedanken!

So werden Sie selbst ein Great Place to Work® - Teilnahme

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