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Covid-Krise als Chancenbeschleuniger und Innovationstreiber (CEO Talk III)

CEO Talk III

Wie schaffen es „Österreichs Beste Arbeitgeber“ Mitarbeitenden Ängste und Sorgen in Ausnahmesituationen zu nehmen? Welche „Beschleuniger“ aus der Corona-Krise sind gut und sollten behalten werden – was hingegen funktioniert nicht?

Und was können Unternehmen in diesen herausfordernden, zuletzt sogar von erschütternden Ereignissen geprägten Zeiten so richtig falsch machen?

Im dritten CEO Talk haben die Executives der folgenden Unternehmen mit uns ihre Erfahrungen aus der Coronakrise geteilt: Campaigning Bureau, Chiesi Österreich, Geriatrische Gesundheitszentren der Stadt Graz, Canon Austria, HENN Industrial Group GmbH & Co KG & unit-IT Dienstleistungs GmbH & Co KG!



Unternehmenskultur auf das nächste Niveau heben

Klar ist: In vielen Bereichen sind neue, wertvolle Unternehmens-Assets entstanden. Kompetenzen wie Zusammenarbeit und Kommunikation auf Distanz, Umgang mit digitalen Werkzeugen und Führung in Zeiten großer Unsicherheit, hätten normalerweise enorme Investitionen und Anstrengungen im Bereich des Change-Managements benötigt.

Der größte Fehler, den Unternehmen und Führungskräfte jetzt machen könnten, wäre es, den entstandenen Vorsprung nicht zu nutzen und die damit verbundenen Potenziale brachliegen zu lassen.

Genau jetzt ist nämlich die richtige Zeit, diesen Schwung mitzunehmen und die Unternehmenskultur auf das nächste Niveau zu heben. Dafür muss Altbekanntes und Bewährtes losgelassen werden, zugleich eröffnet es aber die einmalige Chance, neue, ungeahnte Wege einzuschlagen.

Führungskräfte müssen Sicherheit geben und die Vertrauensbasis stärken

Anita Tscherne, MBA, Leiterin HR und stellvertretende Geschäftsführerin der Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz, berichtet: „Wir haben eine Hotline von HR eingerichtet, wo wir wirklich sieben Tage die Woche erreichbar waren, um einfach Ängste zu nehmen, Sorgen zu nehmen, rasch Antworten geben zu können. Oder zumindest das Anliegen an einem Sonntagnachmittag aufzunehmen und zu sagen: ‚Vertrau mir, Kollegin, am Montag ruf ich zurück, ich kümmere mich darum!‘“

„In dieser Phase haben wir auch dem Kunden klar kommuniziert, wir tun, was wir können, und wir werden versuchen, das Beste daraus zu machen. Das ist wichtiger, als ihm leere Versprechen zu geben“, hebt Karl-Heinz Täubel, Geschäftsführer der unit-IT Dienstleistungs GmbH & Co KG, hervor.

Die letzten Monate haben mit uns allen etwas gemacht, mit den Unternehmen und mit den Menschen. Massive Unsicherheit begleitet unseren neuen Alltag, umso mehr müssen sich die Unternehmen ihrer Bedeutung in derart verunsichernden Zeiten bewusst werden.

Unternehmen sind für viele Menschen fixe Ankerpunkte. Daher müssen es Führungskräfte in herausfordernden Zeiten schaffen, Sicherheit zu geben. Ein starker Zusammenhalt auf Basis starker Werte ist dabei entscheidend, sodass niemand das Gefühl bekommt, er bleibt zurück.

„Plötzlich werden neue Dinge möglich, über die man vorher reiflich diskutiert hat“

Philipp Maderthaner, Unternehmer, Speaker, Autor und CEO von Campaigning Bureau und Business Gladiators, ist prinzipiell ein Befürworter des Homeoffice, aber er warnt andere Unternehmen auch davor, einfach blind jedem Hype nachzurennen.

Bevor sie diesem Trend folgen, sollten sie unter anderem folgende Fragen für sich beantworten: „Sind die Führungskräfte schon weit genug, das handeln zu können? Weil die Führungskräfte kommen natürlich deutlich stärker in die Pflicht, auch eine Ergebnisorientierung einzufordern, einen wirklichen Fokus einzufordern. Und es gibt viele Führungskräfte, die gerne in der Kategorie ‚everybody’s darling‘ unterwegs sind – da wird’s dann natürlich nicht funktionieren!“

„In jeder Krise gibt es ja auch etwas Positives, das übrigbleibt, und die Covid-Krise hat katalysiert, dass notwendige Prozesse im Arbeitsleben entstanden sind und gewisse Dinge überdacht worden sind,“ gibt Dr. Christian Woergetter, Managing Director von Chiesi Austria, zu bedenken.

Annabelle Pineda, MSc, MHR, Human Resources Director der Canon Austria GmbH, bestätigt: „Die Veränderung ist zu einem Beschleuniger geworden. Plötzlich werden neue Dinge möglich, über die man vorher zwar reiflich diskutiert hat, über die man sich aber vorher nicht darübergetraut hätte.“


Doch der Lernprozess ist nicht vorbei, sondern geht jetzt weiter. Mit den neuen Möglichkeiten haben wir auch wieder die Chance, Erfahrungen zu sammeln. Flexibel und offen zu sein, weiter zu lernen und sich dann entsprechend wieder anzupassen, sind wichtige Aspekte, um erfolgreich zu sein. Disruptive Zeiten wie diese fordern uns dazu heraus, zu evaluieren: Was ist gut, was sollten wir behalten, was funktioniert – aber auch: was funktioniert nicht?

Jede Krise bringt Herausforderungen und Chancen

Martin Ohneberg, CEO der HENN Industrial Group, erläutert: „Ich glaube, was es auch gezeigt hat, auf der volkswirtschaftlichen Ebene, und das sehe ich recht positiv: Ohne wirtschaftliche Stabilität gibt es weder soziale, gesundheitliche noch Umweltstabilität. Das heißt, am Ende des Tages muss das ‚Werkl‘ einfach weiterlaufen.“

Für viele Bereiche ist es wahrscheinlich noch zu früh, eine Zukunftsprognose abzugeben. Eine Chance liegt aber sicherlich im aktuellen Digitalisierungsschub für unsere Wirtschaft, die gerade im Krisenmodus einen beachtlichen Innovationssprung vollzogen hat.

Digitalisierung war bisher vor allem ein politisches Schlagwort – nun ist sie gleichsam salonfähig geworden und in der Mitte der Unternehmen angekommen. Gleichzeitig nimmt mit der wachsenden Digitalisierung bei den Menschen aber auch der Hunger nach Treffen und persönlichen Kontakten zu.

Die Kunst wird es nun sein, die neuen Möglichkeiten mit traditionellen zu verbinden und dabei das Beste aus beiden Welten zu wählen.

Prof. Michael Bartz, Experte für Digital Business Transformation am IMC FH Krems, University of Applied Sciences, fasst zusammen: „Es zeichnen sich jetzt schon die Konturen der Wirtschaft 4.0, 5.0 ab. Dadurch, dass wir jetzt hineingezwungen werden, durch die Krise, entsteht vieles jetzt neu.“

Eines ist klar: Die Corona-Krise hat uns zu einem Innovationssprung verholfen, wir machen einen Riesenschritt nach vorne in Richtung einer humanen und europäischen Digitalisierung, die den Faktor Mensch nicht länger außen vor lässt. Denn auch in Zeiten des Umbruchs, angesichts aufregender neuer Entwicklungen bleibt eines unverändert: Im Mittelpunkt steht immer der Mensch.



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