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Coronakrise als Chance: Gemeinsam die Zukunft positiv verändern

Coronakrise als Chance für neuen Weg

Die aktuelle Coronakrise verändert vieles, stark betroffen davon ist die Wirtschaft, die nun am Scheideweg steht und fragt: Umdenken oder Untergehen? Wie wird die Krise zur Chance? Wie treiben Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung voran und wie agieren sie nachhaltiger?

Diesen Fragen gehen Prof. Dr. René Schmidpeter, international anerkannter Managementstratege, Speaker und Gründer der M3TRIX GmbH, sowie Patrick Bungard, Mitgründer und Geschäftsführer der M3TRIX GmbH und Dozent für Wirtschaftswissenschaften, in diesem Gastbeitrag nach.

Die Autoren zeigen auf, warum Unternehmen mit Nachhaltigkeitsstrategien resilienter und erfolgreicher sind, warum das klassische Gegensatz-Denken zwischen wirtschaftlichen Erfolg und nachhaltiger Entwicklung (SDGs) endgültig zu überwinden ist und bringen Unternehmensbeispielen.

Umdenken oder Untergehen?

Die Globalisierung, wie wir sie kennen, kommt zum Erliegen und damit die Art wie wir Wirtschaften. Die aktuelle Krise zeigt, dass das alte Gegensatz-Denken nicht mehr zeitgemäß ist, denn das gegenwärtige auf Effizienz und kurzfristiges Gewinnstreben ausgerichtetes Wirtschaftssystem stößt an seine Grenzen.

Die rein auf Kostenreduktion fokussierten globalen Wertschöpfungsketten sind äußerst fragil und machen es gerade in der Krise schwierig, die Versorgung mit lebenswichtigen Produkten sicher zu stellen. Unternehmen stehen am Scheideweg: Umdenken oder Untergehen?

Strukturanpassungen (noch) nicht erfolgt

Die Anfälligkeit dieses Wirtschaftssystems wurde dadurch verstärkt, dass die - seit der Finanzkrise eingeforderten - notwendigen Strukturanpassungen nicht erfolgt sind. Durch eine beispielslose Niedrigzinspolitik wurden notwendige wirtschaftliche Veränderungen verhindert und erhebliche Fehlanreize in der Mittelallokation und bei den Investitionen der Unternehmen gesetzt.

So wurden nicht existenzfähige Unternehmen und Geschäftsmodelle zu lange künstlich am Leben erhalten. Dies hat die Fragilität und die wechselseitigen Abhängigkeiten im Gesamtsystem massiv erhöht. Die Folge: die Resilienz unserer Wirtschaft ist äußerst gering und die möglichen Kollateralschäden in Krisen sind äußerst hoch.

Transformation der Wirtschaft gefordert

Viele Vordenker sehen daher die Transformation unserer Wirtschaft durch die aktuellen Ereignisse extrem beschleunigt, aber für eine positive Zukunft als absolut notwendig. Bereits vor der Krise hat die Erklärung von 181 amerikanischen CEOs (darunter führende Unternehmen wie Apple, Amazon, General Motors und Walmart) die Sicht auf unsere Unternehmen und Wirtschaftssystem grundlegend verändert.

Anstelle der über Jahrzehnte verfolgten Profitmaximierung, wurde die umfassende Wertschöpfung für alle Beteiligten sowie ein positiver Impact für die Gesellschaft als oberstes Unternehmensziel eingefordert. Damit stellten die führenden Manager der weltweit größten Unternehmen schon im Herbst 2019 das bisherige betriebswirtschaftliche Paradigma des „Unternehmenswertes/Shareholder Value“ grundlegend in Frage.

Nachhaltige Unternehmen sind resilienter und erfolgreicher

Aktuelle empirische Studien zeigen auf, dass Unternehmen die wesentliche Nachhaltigkeitsthemen in ihr Geschäftsmodell integrieren, eine signifikant höhere risikoadjustierte Rendite aufweisen. Und auch die Investoren selbst legten einen Fokus auf nachhaltiges Investieren.

So verkündete Larry Fink, CEO eines der größten Investmenthäuser BlackRock, dass nach seiner aktuellen Einschätzung, „innerhalb der nächsten 5 Jahre alle Investoren die Auswirkungen eines Unternehmens auf die Gesellschaft heranziehen werden, um den Unternehmenswert zu bestimmen.“

Und auch bei anderen Stakeholdern gewinnt das Thema Nachhaltigkeit zunehmend an strategischer Bedeutung. Betriebswirtschaftliche Potenziale wie die Verbesserung der Arbeitgebermarke, die Erhöhung der Attraktivität eines Unternehmens auf dem Finanzmarkt oder schlicht die enormen Marktpotenziale nachhaltiger Produkte haben sich bis in die Chefetagen und Strategieabteilungen von Großunternehmen und KMUs herumgesprochen.

Politische Rahmenbedingungen ändern sich

Und auch die Politik treibt und gestaltet proaktiv eine neue wirtschaftliche Rahmenordnung, die alle Branchen und viele Märkte massiv prägen werden.

Regulierungen, wie beispielweise die Elektroautoquote in China, die Einführung von autofreien Zonen in Innenstädten weltweit, die kürzlich verabschiedeten EU-Beschlüsse zu strengeren Emissionsgrenzwerten für Pkws oder Entwicklungen im Rahmen des „Green Deal“ der Europäischen Union werden immer mehr Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit im Kerngeschäft treiben.

Um ihre politisch gesetzten Klima- und Energieziele zu verwirklichen schätzt die Europäische Union den jährlichen Investitionsaufwand auf rund 180 Mrd. EURO.

Bisheriges Nachhaltigkeitsmanagement greift zu kurz

Es zeigte sich daher insbesondere in der Krise, dass das bisherige in vielen Unternehmen durchaus übliche Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement zu kurz greift, um wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben.

Angesichts der gegenwärtigen globalen gesellschaftlichen aber auch wirtschaftlichen Herausforderungen ist es an der Zeit, die Gegenwart konsequent von der Zukunft aus zu denken: d.h. Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle in der Krise neu ausrichten. In einer Art und Weise, dass die negativen Auswirkungen möglichst gering und gleichzeitig die positiven Auswirkungen für die Gesellschaft möglichst hoch sind.

Es geht um die umfassende Integration von Nachhaltigkeit in alle Unternehmensentscheidungen – so wird Krise zur Chance: durch eine neues Managementparadigma die Wirtschaft neu zu gestalten.

Neues Mindset: Nachhaltiges Management

Damit dies gelingt, braucht es ein neues Mindset und ein neues wirtschaftliches Nachhaltigkeitsverständnis.

ie Krise zeigt eindrücklich, dass das oft propagierte Gegensatz-Denken zwischen Profit und gesellschaftlichen Interessen (in diesem Fall – Schutz von Gesundheit und Leben) sowie die bedingungslose Förderung alter Strukturen uns in diese schwierige Situation geführt haben.

Daher gilt es mehr denn je das klassische Gegensatz-Denken (Trade-off) zwischen wirtschaftlichen Erfolg und nachhaltiger Entwicklung (SDGs) endgültig zu überwinden.

Erfolgreiche Unternehmer machen es bereits vor und entwickeln derzeit integrierte Managementansätze, die die Wirkungen des Unternehmens messen und steuern, mit dem Ziel entlang der gesamten Wertschöpfungskette für alle Stakeholder gleichermaßen Wert zu schaffen.

Praxisbeispiel 1: Der Porsche Nachhaltigkeitsindex (PNI)

Mit der Entwicklung des Porsche-Nachhaltigkeitsindex (PNI) positioniert sich der Automobilkonzern, seine unternehmerischen Aktivitäten zukünftig auf einem klaren und individuellen Nachhaltigkeitsverständnis aufzubauen und bestehende Widerspruchsvorstellungen zwischen nachhaltigen Geschäftsmodellen und der Schaffung von ökonomischen Mehrwerten und Wachstum aufzulösen.

Dabei sollen nicht nur negative Auswirkungen auf die Gesellschaft vermieden, sondern auch ein klarer Fokus auf die Schaffung von positiven Wirkungen gelegt werden.

Der PNI verfolgt die Grundidee Nachhaltigkeit holistisch zu messen und zu steuern, ein eigenes Nachhaltigkeitsverständnis zu schaffen, externe Nachhaltigkeitsstandards zu integrieren und Wertschöpfung von negativen Umweltauswirkungen zu entkoppeln.

Praxisbeispiel 2: Breeze Technologie – Artificial Intelligence Against Air Pollution

Zudem gibt es immer mehr nachhaltige Start-ups. Diese neue Generation der „Gründer“ zeichnet sich in erster Linie dadurch aus, dass das komplette Unternehmen vom gesellschaftlichen Impact ausgehend gedacht wird. Also dem Purpose bzw. dem Sinn und Zweck für die Gesellschaft.

Ein Beispiel für diese Generation neuer Unternehmen ist das Startup Breeze Technologies, das ein Geschäftsmodell rund um das Thema Luftverschmutzung aufgebaut hat.

Mittels eigenen, kostengünstigen Luftqualitätssensoren werden Schadstoffdaten gesammelt, eine hyperlokale Karte der Luftqualität erstellt und mit einem Katalog von mehr als 3.500 Aktionen zur Luftreinhaltung abgeglichen. Die potenziellen Auswirkungen auf den Menschen werden automatisch berechnet.

Eine künstliche Intelligenz empfiehlt dann die effizientesten Interventionen für lokale Herausforderungen, wodurch die Wirksamkeit von Luftreinhalteplänen um das Zehnfache gesteigert werden kann.

FAZIT: Es geht nicht um einen Neustart des Alten, sondern um einen Aufbruch in eine neue Epoche

Es ist die Zeit gekommen, gemeinsam die Zukunft positiv zu verändern. Denn neben der Coronakrise sind auch der Klimawandel und der Verlust der Artenvielfalt epochale Herausforderungen für die Menschheit, die wir mit einem neuen Wirtschaftsdenken lösen können.

Es gilt alle Kräfte zusammen zu führen, um nachhaltige Wirtschaftsstrukturen aufzubauen und so die gegenwärtige Krise für die bevorstehende wirtschaftliche Transformationen zu nutzen. Denn aus der Krise gehen schon jetzt viele positive Innovationen hervor, daraus wird auch das Managementparadigma des „Nachhaltigen Wirtschaftens“ entstehen.

Autorenprofile:

Prof. Dr. René Schmidpeter

Prof. Dr. René Schmidpeter ist international anerkannter Managementstratege, Vordenker und Speaker. Er hat den Dr. Jürgen Meyer Stiftungslehrstuhl für internationale Wirtschaftsethik und Corporate Social Responsibility an der CBS in Köln inne. Seit über 20 Jahren arbeitet und forscht er in Expertengremien und Hochschulen im In- und Ausland. In seinen viel beachteten Publikationen verbindet er wissenschaftliche Erkenntnisse mit gelebter Managementpraxis. Seine Mission ist es, die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen voranzutreiben. Er ist Gründer der M3TRIX GmbH.

Patrick Bungard

Patrick Bungard ist Mitgründer und Geschäftsführer der M3TRIX GmbH sowie Dozent für Wirtschaftswissenschaften (CBS International Business School, Donau Universität Krems) mit Schwerpunkt Nachhaltiges Management. Er ist Autor in unterschiedlichen Fachzeitschriften und Speaker zum Thema Nachhaltigkeit tätig.



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