6 Maßnahmen, die den Fortbestand von Unternehmen sichern

Doris Palz

Great Place to Work® und Prof. Michael Bartz von der FH Krems geben Inputs zu Generationenwechsel und Fachkräftemangel aus dem Europäischen Forum Alpbach. Außerdem: Prof. Bartz verrät 6 Maßnahmen, die den Fortbestand von Unternehmen sichern.

Vordenken an einem der besonders schönen Plätze Österreichs – gemeinsam mit Entscheidungsträgern aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen, mit Vertretern der Wissenschaft und vielen Studenten aus 90 Staaten. Ein solches Setting hilft, wieder ein Stück mehr Gestaltungswillen frei zu setzen.

Veränderungen in allen Geschäfts- und Lebensbereichen aus den Blickwinkeln Diversität und Resilienz waren drei Tage lang Thema bei den diesjährigen Wirtschaftsgesprächen des Forum Alpbach.

„Rascher Wandel bestimmt unsere Zeit. Die Art, wie wir leben, denken und arbeiten, verändert sich permanent. Dies bedeutet eine Vielzahl an neuen Herausforderungen. Dynamisches Agieren, vielfältige Handlungsoptionen und innovative Lösungen sind heute mehr gefragt denn je" - kann man in der Einleitung zu den diesjährigen Gesprächen des European Forum Alpbach lesen.

Es geht in diesen Tagen um den Blickwinkel der Chancen – sehr lobenswert. Mein besonders Interesse galt ganz klar jenen Sessions, bei denen Lösungsansätze und Erfahrungswissen geteilt wurden.

Eine wunderbar interessante Breakout Session, die von der ecoplus ausgerichtet und moderiert wurde, war dem demografischen Wandel und seinen Auswirkungen auf die Arbeitswelt gewidmet.

Einblick in die Unternehmenspraxis gab unter anderem Magdalena Rautinger, Head of HR Mediashop Neukirchen. Ein schnell wachsendes Unternehmen in dezentraler Lage. Als ausgezeichneter Great Place to Work® bietet das Unternehmen innovative Arbeitsbedingungen. Flexible Arbeitszeiten, mobile Working, Hund am Arbeitsplatz – Kinder sowieso, wenn Bedarf ist. Kochen für die gesunde Ernährung und viel Menschlichkeit. Ein Rahmen, der nicht selbstverständlich ist. Dennoch bleibt der Standort eine Herausforderung.

 
michaelbartzProf. Michael Bartz in Alpbach

Demografischer Wandel „Im privaten Sektor geht es ums Überleben”

Dabei sind die Auswirkungen des demografischen Wandels noch nicht umfänglich eingetreten, wie Prof. Michael Bartz vom IMC University of Applied Sciences, Krems ausführte:

„Bis 2025 werden 40 bis 60 Prozent der Arbeitnehmer aus dem Arbeitsleben ausscheiden“, sagt Michael Bartz von der FH Krems. Er stellt sechs Maßnahmen vor, die Unternehmen ergreifen können, um ihren Fortbestand zu sichern:

Wertschöpfungsketten öffnen. Unternehmen müssen mit anderen Unternehmen zusammen Schritte gehen. Das sei mehr, als lediglich einen Teil der IT oder die Reiskostenabrechnung nach Indien auszulagern, sondern größere Teile der Organiation, „vielleicht sogar die Entwicklung”, sagt Bartz. Oder sie wagen, gemeinsam mit anderen Unternehmen, unter Umständnen sogar mit Konkurrenten, im Co-Development Entwicklungsarbeit zu erledigen.

Arbeit flexibilisieren. Das gelte sowohl zeitlich, als auch räumlich. „Warum soll ein Unternehmen aus Tirol nicht auch Mitarbeiter in Wien nützen können”, fragt Bartz.

Arbeitsautonomie. Command and control sind kaum probate Antworten auf dynamische Umwelten. Es gehe darum, Mitarbeitern und Abteilungen ihre Arbeit selbst steueren zu lassen.

Organisation agiler gestalten. Unternehmen müssen mehr auf Projekte setzen und beweglichere Strukturen schaffen, um Ressourcen schneller umschichten zu können. Ohne auf  „das ist aber mein Budget, das sind aber meine Mitarbeiter” zu beharren.

Wissensmanagement effektiver betreiben. Wenn Unternehmen mit der älternen Generation Know-how verlieren, reicht es nicht aus, Wissen in Form von Dokumentationen auf einem Fileserver zu speichern. Wissen muss auch persönlich weitergegeben werden.

Digitalisierung. Auch in Bereichen, in denen man es bislang nicht kannte, ziehen Automatisierung und Künstliche Intelligenz ein: Etwa Legal Tech, um Verträge durchzuarbeiten oder zu erstellen, oder bei der Prüfung von Finanzberichten. Ähnliches passiert im Customer Service: „Bots werden einfache Kundenanfragen selbständig beantworten können.”


Quelle: Demografischer Wandel: „Im privaten Sektor geht es ums Überleben”

©Foto Header: Forum Alpbach, Matthias Sedlak.
©Foto Prof. Bartz: Daniel Novotny.



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