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6 bewährte Strategien zur Steigerung von Mitarbeiterproduktivität und Engagement

Mitarbeiterproduktivität und Engagement

Für erfolgreiche Unternehmen ist nicht allein ihr Wachstumstempo ausschlaggebend – heute zählt mehr denn je die Fähigkeit ein Unternehmen nachhaltig und langfristig profitabel zu wirtschaften.

Erfolgreiche Führungskräfte richten ihren Fokus auf die Produktivität und eine besonders aussagekräftige Kennzahl in diesem Zusammenhang ist der Umsatz pro Mitarbeitende. Unternehmen der Fortune 100 Best Companies to Work For® übertreffen den Markt hier um das 8,5-fache.

Was machen diese Top-Arbeitgeber anders? In diesem Beitrag zeigen wir, warum es für Unternehmen im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld so wichtig ist, auf die Produktionskosten zu schauen und warum Mitarbeitende herausragender Arbeitgeber die entscheidende Extrameile gehen. Eines vorweg: die Employee Experience spielt eine große Rolle dabei und wir zeigen euch, welche die 6 wesentlichsten Erfahrungen für Mitarbeitende dabei sind.

Warum die Produktivität wichtiger wird: Lohnkosten vs. Produktionsgewinne

Unproduktive Arbeit ist für Unternehmen teuer. Laut McKinsey & Company belaufen sich die durchschnittlichen jährlichen Kosten für jede Stunde „unproduktiver Arbeit“ auf rund 15.000 US-Dollar.

Arbeitskosten gehören meist zu den größten Ausgaben eines Unternehmens – und sie steigen weiter. Daten des Bureau of Labor Statistics aus dem ersten Quartal 2025 zeigen, dass die Lohnkosten schneller wachsen als Produktivitätsgewinne. Für Unternehmen bedeutet das: Mitarbeitende werden teurer, während sie gleichzeitig weniger Umsatz erwirtschaften.

Sollte sich dieser Trend fortsetzen, wird es für viele Unternehmen schwierig, langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Für Unternehmensleitungen ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Es muss schneller mehr Umsatz generiert werden, als die Kosten für Arbeit steigen.

Eine wesentliche Aufgabe für HR, denn Personalkosten und alle damit verbundenen Faktoren fallen direkt in den Verantwortungsbereich von HR-Führungskräften. Wer es schafft, Mitarbeitende zu fördern, ihre Leistung zu steigern und messbare Geschäftsergebnisse zu erzielen, wird zu einer unverzichtbaren Schlüsselperson im Unternehmen.

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Die Employee Experience hat enorme Auswirkungen auf die Produktivität

Die Employee Experience beschreibt, wie Mitarbeitende ihren Arbeitsplatz wahrnehmen und wie sie die Beziehungen zu Führungskräften und Kolleg:innen erleben – also das individuelle Arbeitserlebnis. Diese Beziehungen basieren vor allem auf Vertrauen – und ein hohes Maß an Vertrauen im Unternehmen führt zu zahlreichen positiven Effekten: mehr Agilität, mehr Innovation und bessere Zusammenarbeit.

Vertrauen beginnt bei den Führungskräften – sie prägen maßgeblich die Arbeitsumgebung und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass Mitarbeitende ihr Bestes geben können. Fühlen sich Mitarbeitende von ihren Vorgesetzten unterstützt und wertgeschätzt entwickelt sich eine positive Employee Experience.

Positive Employee Experience bei Mitarbeitenden

Negative Employee Experience bei Mitarbeitenden

übernehmen mehr Verantwortung für ihre Aufgaben

fühlen sich isoliert, übersehen, nicht wertgeschätzt

 

Sind eher bereit, Herausforderungen einzugehen

ihr Verantwortungsbewusstsein sinkt

entwickeln eher neue Fähigkeiten

ihre Leistungsbereitschaft sinkt

engagieren sich über ihre Rolle hinaus

Kündigungen werden wahrscheinlicher

 

Welche 6 Erfahrungen inspirieren Mitarbeitende zu mehr Einsatz?

Um Mitarbeitende zu zusätzlichem Engagement und Leistungsbereitschaft zu motivieren, gilt es, ein Führungsverständnis zu etablieren, dass auf dem Leitbild Coach und Mentor:in beruht.

Vor allem Zuhören ist dabei ein wertvolles Instrument der neun Schlüsselfähigkeiten einer wirksamen Führungskraft. Es erfordert von Führungskräften offen zu sein für neue Perspektiven und eigene Überzeugungen zu hinterfragen, den Mitarbeitenden Zeit zu schenken und das Vertrauen, jederzeit auf Akzeptanz zu treffen.

Unsere Forschung hat sechs zentrale Mitarbeitendenerfahrungen identifiziert, die branchenübergreifend zu einem höheren Maß an freiwilligem, zusätzlichem Engagement bei Mitarbeitenden führen:

  1. Zusammenarbeit und Kooperation
  2. Sinnstiftende Tätigkeit
  3. Besondere Anerkennung
  4. Faire und transparente Vergütung
  5. Gesellschaftliches Engagement
  6. Hohes Vertrauen in die Führung

1. Zusammenarbeit und Kooperation

Wenn Mitarbeitende gute Zusammenarbeit und Kooperation spüren, sind sie laut Umfragen von Great Place To Work®  stärker bereit, zusätzliche Anstrengungen zu leisten.

Die Führungskultur leistet dazu den wesentlichen Beitrag. Sarah Lewis-Kulin, Vice President of Global Research and Recognition bei Great Place To Work®, weiß, dass in diesen Unternehmen die Führungskräfte eine klare Richtung für das Unternehmen vorgeben. Außerdem werden Mitarbeitende zur Innovation ermutigt und es wird die Chance gegeben, neue Ideen auszuprobieren, anspruchsvolle Aufgaben zu übernehmen und „Risiken“ einzugehen.

So haben Mitarbeitende das Gefühl, die notwendigen Mittel zu haben, um sich voll an einer gemeinsamen Mission zu beteiligen – und wissen, dass ihre Beiträge gesehen und anerkannt werden.

In großartigen Arbeitsumgebungen bedeutet eine kooperative Kultur, dass Beförderungen und Anerkennung fair und transparent vergeben werden. Mitarbeitende haben ein gemeinsames Verständnis von Erfolg sowie Transparenz über die Unternehmensziele und erwarteten Verhaltensweisen. Sie finden Mentor:innen, die sich Zeit nehmen, um ihre Entwicklung zu unterstützen. Mitarbeitende unterstützen sich gegenseitig, um Projekte erfolgreich abzuschließen, selbst wenn diese Aufgaben nicht Teil ihrer Rolle ist – es zählt der Teamerfolg.

2. Sinnstiftende Tätigkeit

Sinn ist ein wichtiger Treiber von Leistung. Haben Mitarbeitende das Gefühl, dass ihre Arbeit eine Bedeutung hat und mehr ist als „nur ein Job“, investieren sie mehr Energie in ihren Erfolg.

Wenn Mitarbeitende sagen, dass ihre Arbeit sinnvoll ist, sind sie um 52 % eher bereit, zusätzliche Anstrengungen zu leisten.

Best Practice von Jackson Healthcare: Mitarbeitende werden an ihrem ersten Arbeitstag gefragt, welche Art von Engagement für sie besonders erfüllend wäre. Das Unternehmen setzt sich anschließend dafür ein, ihnen die notwendigen Mittel zu geben, um sich einzubringen – sowohl in ihrer Arbeit als auch in ihrer Freizeit. Der Vice President of Community Impact lädt jede neue Person zu einem persönlichen Gespräch bei Kaffee ein, um ihre Geschichte kennenzulernen und Wege zu finden, wie sie sich einbringen können – wann und wie sie möchten.

3. Besondere Anerkennung

Anerkennung ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur. Wichtig ist, dass wirklich alle Mitarbeitenden im Unternehmen die Möglichkeit haben, für ihre Beiträge gewürdigt zu werden.

Wenn Mitarbeitende sagen, dass jede:r besondere Anerkennung erhalten kann, sind sie um 56 % eher bereit, zusätzliche Anstrengungen zu leisten.

Beispiele dafür sind Initiativen wie der „Court of Cleanliness“ von Hilton, die exzellenten Leistungen im Housekeeping würdigt, oder Maßnahmen wie bei NBCUniversal, wo Anerkennung durch ständig verfügbare Plattformen sichtbarer gemacht wird.

4. Faire und transparente Vergütung

Wenn Mitarbeitende das Gefühl haben, fair für ihre Leistungen entlohnt zu werden, sind sie um 46 % eher bereit, zusätzliche Anstrengungen zu leisten.

Wie sieht es aus, Vergütung konsequent fair und gerecht zu gestalten?

Best Practice von Kimley-Horn: Gehälter werden regelmäßig überprüft, angepasst und kommuniziert. Regionale HR-Teams überprüfen eine zentrale Liste aller Gehälter in den jeweiligen Regionen, in denen das Unternehmen tätig ist. Gemeinsam mit der für Gleichstellungsmaßnahmen verantwortlichen Person analysieren sie die Entgeltgleichheit nach Geschlecht und Minderheitenstatus. Werden Unterschiede festgestellt, werden diese korrigiert. Bei Bonuszahlungen gibt es vier Prüfstufen (von der direkten Führungskraft bis hin zu einer unternehmensweiten Analyse), um sicherzustellen, dass subjektiv wirkende Entscheidungen strengen Standards entsprechen. Dieser Prozess, den Kimley-Horn zweimal jährlich durchführt, dauert jeweils zwei Monate.

5. Gesellschaftliches Engagement

Mitarbeitende in gesellschaftliches Engagement einzubinden, kann zusätzlich Motivation und Produktivität steigern.

Wenn Mitarbeitende ein gutes Gefühl haben, wie ihr Unternehmen auf die Gesellschaft wirkt, sind sie laut Great Place To Work Daten um 37 % eher bereit, zusätzliche Anstrengungen zu leisten.

Unternehmen wie DHL, Salesforce und Mastercard legen großen Wert darauf, Mitarbeitende in ehrenamtliche Tätigkeiten und gesellschaftliche Initiativen einzubinden.

Die DHL Group veranstaltet beispielsweise den Global Volunteer Day über einen Zeitraum von zwei Wochen im September und Oktober. Mastercard nutzt einen internen Talent-Marktplatz, um Mitarbeitenden passende Engagementmöglichkeiten zu vermitteln, bei denen sie ihre Fähigkeiten für gemeinnützige Organisationen einsetzen können.

Salesforce hat eine eigene interne Plattform namens „Volunteerforce“ entwickelt, um solche Möglichkeiten zu organisieren und sichtbar zu machen.

6. Hohes Vertrauen in die Führung

Wenn Mitarbeitende angeben, großes Vertrauen in ihre Führungskräfte zu haben, sind sie um 38 % eher bereit, zusätzliche Anstrengungen zu leisten.

Was stärkt das Vertrauen in Führung? Vertrauen selbst. Die wichtigsten Treiber können je nach Region unterschiedlich sein. In den USA sind faire Beförderungspraktiken der wichtigste Faktor. In Asien ist es besonders entscheidend, dass Führungskräfte echtes Interesse an ihren Mitarbeitenden zeigen – auch über den Arbeitskontext hinaus.

Führungskräfte können Vertrauen jedoch auch durch typische Fehler untergraben. Auch schwierige Entscheidungen wie Entlassungen können Vertrauen gefährden – allerdings gibt es Wege, solche Entscheidungen so zu gestalten, dass Vertrauen im Unternehmen erhalten bleibt.

Weitere Treiber für höheres Engagement

Diese sechs Faktoren sind laut Daten die stärksten Treiber für Engagement. Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die direkt beeinflussen, wie Mitarbeitende ihre Energie einsetzen und Motivation erleben:

  • Karrieremöglichkeiten
  • Entwicklungsmöglichkeiten
  • Wahrnehmungen von fairer Bezahlung: hängen nicht ausschließlich vom Gehalt, auch an nicht-monetären Erfolgen eines Unternehmens teilhaben
  • ein Arbeitsumfeld mit psychologischer Sicherheit
  • Work-Life-Balance und Unterstützung für Wohlbefinden

Wie ihr die Mitarbeitendenerfahrung verbessert und Produktivität steigert

Eine herausragende Employee Experience erfordert kontinuierliche Aufmerksamkeit und sorgfältige Analyse. Erfolgreiche Unternehmen hören regelmäßig auf das Feedback ihrer Mitarbeitenden und passen ihre Kultur gezielt an deren Bedürfnisse an.

Der erste Schritt sind Daten: Nutzt Mitarbeitendenbefragungen wie die Trust Index™ Befragung, um Wahrnehmungen zu Vertrauen, Stolz und Teamzusammenhalt zu messen. Vergleicht eure Ergebnisse mit den Best Workplaces™ und verfolgt eure Entwicklung über die Zeit.

Wenn ihr Verbesserungspotenziale identifiziert, kommuniziert transparent mit eurem Team darüber, wo ihr steht und wie ihr diese Lücken schließen wollt. Nutzt konkrete Maßnahmenpläne mit klaren Zeitrahmen, um Verbindlichkeit zu schaffen.

Für Unternehmen, die Unternehmenskultur als Wettbewerbsvorteil nutzen, können die Ergebnisse enorm sein.

Produktivität messen mit Great Place To Work®



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