Kulturelle Praxis der besten Arbeitgeber

Die Unternehmen, deren Maßnahmen wir Ihnen hier präsentieren, haben uns bei unserer Arbeit am Institut inspiriert, und wir hoffen, dass es Ihnen ebenso gehen wird. Alle zwei Wochen erscheinen an dieser Stelle neue Fallbeispiele.

Jede Maßnahme wird mit der entsprechenden Dimension und Subdimension des Great Place to Work® Modells© verknüpft.

Wir hoffen, dass diese Beispiele Sie anregen, die aktuell besten Maßnahmen in Ihrem eigenen Unternehmen wahrzunehmen, und Sie inspirieren, neue Maßnahmen zu entwickeln, die dazu beitragen, dass Ihr Unternehmen ein ausgezeichneter Arbeitsplatz wird.

  • RESPEKT - Unterstützung

    Financial Services & Insurance /
    Morgan Stanley

    4800 Mitarbeiter - Großbritannien
    Unternehmenszentrale: UK

    Die Mitarbeiter der Investment-Bank Morgan Stanley werden mit Extra-Dientsleistungen versorgt, zu denen zwei örtliche Restaurants, zwei Fitnessclubs, eine Klinik, eine chemische Reinigung und zusätzliche Kinderbetreuung gehören – eine von vielen Initiativen, die zur Förderung einer besseren Work/Life-Balance ins Leben gerufen wurden. Aber was die Mitarbeiter wirklich an die Firma bindet, ist der gemeinsame Glaube, hier zuerst als Mensch und nicht nur als Angestellter gesehen zu werden.

    Sätze wie „Wir stellen nette Leute ein“ und „Talent ist wichtiger als Fachkönnen“ zeigen an, dass Morgan Stanleys Führungskräfte bereit sind, in Menschen zu investieren, die ihnen helfen, zu lernen und zu wachsen, und so ihre Karriere selbst erschaffen.

  • FAIRNESS - Gerechtigkeit

    Manufacturing & Production / Medical devices
    Medtronic

    17677 Mitarbeiter - USA
    Unternehmenszentrale: Minneapolis, MN, USA

    Die Führungskräfte von Medtronic sind davon überzeugt, dass das Erfolgsgeheimnis ihres Unternehmens in der Schaffung eines Umfelds liegt, in dem jeder Mitarbeiter voll und ganz seinen Beitrag leisten kann. Die Firma hat ein Schulungsprogramm mit dem Namen „Du machst den Unterschied“ entwickelt, das einen für ein medizintechnisches Unternehmen außergewöhnlichen Ansatz hat – es benutzt die darstellenden Künste zur Anregung für Diskussionen und Erfahrungen von Diversität.

    Der erste Teil dieses Programms besteht darin, dass sich alle Mitarbeiter ein Theaterstück namens „Lazarus“ ansehen, dass von einem Dramatiker und Berater aus Minneapolis verfasst wurde. Das Stück spielt bei Medtronic im Jahr 2009, wo ein Mitarbeiter-Team versucht, ein Produkt zu erschaffen, dass für das Unternehmen sowie für die gesamte Menschheit ungeheuer zukunftsträchtig wäre. Sie versuchen alles umsonst, bis zu dem Projekt eine Frau mit ungewöhnlichen Kräften hinzukommt. Als sie jedoch andere Werte, die den gegenwärtigen Stand anfechten, in das Projekt einbringen will, stößt sie auf Widerstand. „Lazarus“, das die Verschiedenheit der Menschen anhand ihrer persönlichen Charaktereigenschaften analysiert, wird von professionellen Schauspielern des Mixed Blood Theatre in Minneapolis aufgeführt.

    Das Stück behandelt sowohl die offenkundigen Implikationen der Wertschätzung von Vielfältigkeit, als auch die versteckteren Konsequenzen davon, in einem Umfeld zu leben, in dem der größtmögliche Bereich dieser Vielfältigkeit vielleicht gar nicht erkannt wird. Bisher haben schon mehr als 3000 Medtronic-Mitarbeiter das Stück gesehen. Nach dem Theaterbesuch nehmen die MitarbeiterInnen an zwei vierstündigen Lernmodulen teil, die sie über demographische Tendenzen, Themenkomplexe wie zum Beispiel Stereotypen und die Rolle, die Kultur im Formen von Verhaltensnormen spielt, informieren. Die Mitarbeiter können auch über die Bedeutung von Diversität am Arbeitsplatz diskutieren – dafür werden ihnen Hilfsmittel zum Erkennen und zum konstruktiven Umgang mit dafür wichtigen Themen gestellt.

    Medtronic sieht dieses Programm als großen Schritt für das größere Projekt an, Respekt und Verständnis für die Vielfältigkeit im Unternehmen zu haben; die Mitarbeiter lernen auf diesem Weg, sich gegenseitig als Individuen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen, Gefühlen, Kenntnissen und Leistungen zu akzeptieren